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03.08.2010 . . . wir sind in Hanoi (Vietnam) . . .

Total gefahrene km:       14604
Höhenmeter total:          51426
Stunden im Sattel:             958

Es ist wieder rechtsverkehr, die umstellung einfach da keine komplizierten kreuzungen, einzig den rückspiegel suchen wir oft auf der falschen seite. Wir sind wieder einmal millionäre, für ein paar scheine thailändischer bath gabs ein stattliches bündel laotische kip.
In vientiane  sind wir "touris unter vielen". Wir geniessen wieder einmal brot, baguettes gibt es an jeder strassenecke. Auch die französische küche ist stark verbreitet, viele französchische strassennamen. Die beschaffung der visa für vietnam ist unproblematisch.

Heute geht es weiter, der erste richtige tag auf den strassen laos. Wir verlassen den mekong und fahren ins landesinnere, viele gänse, ziegen und kühe, es erinnert uns etwas an rumänien. Die dörfer sind mehr lockere siedlungen, die "häuser" meistens auf stelzen, material vorwiegend holz, bambus und schilf.
Die strassenqualität ist schlechter, sehr grober belag, seitwärts oft ausgefranst, ermüdend. Die wenigen autofahrer unsicher, vermehrt wieder die hupe, abzweigen ohne rücksicht auf die schwächeren, aber auch raser.
Wir vermissen die tankstellen mit den "amazon-cafe´s", wo es immer gute lemon-ice-tea´s gab, auch die 7-eleven läden gibt es nicht mehr.
In somsavad, nach ca 70km, finden wir das erste  "guest-house auf dem lande", von aussen sehr gepflegt, der schein trügt, kein lavabo, die dusche nur atrappe, ein kessel wasser als wc-spülung. Morgens früh, alles schläft noch, was wir gestern zu wenig wasser hatten, bekommen wir heute zuviel, es regnet in strömen, nach langer zeit wieder mal im poncho fahren! Nach der nudelsuppen-pause trocknet es ab, die temperatur angenehme 25grad.

Wir fahren auf der strasse no.13, sehr wenig verkehr, obschon es die hauptverbindung in den süden ist. Trotz hauptstrasse so nah bei der natur, viele reisfelder, die farben sehr intensiv, frisch gewaschen. In paksan machen wir ruhetag, neben dem hotel werden massagen angeboten, ueli will testen, kommt innert kürze zurück, die massage ist ein flop, es handelt sich um ein bordell.

Der monsun ist aktiv, jeden tag regnet es für eine gewisse zeit, neben der strasse werden die tümpel immer grösser, der sinn der stelzenhäuser wird klar. Wir haben den eindruck es gehe immer leicht aufwärts, die strasse wie auf einem damm, es wird kurvig, rechts und links dichter dschungel, die ausragenden baumriesen faszinieren uns, ebenso die vielfältigen "dschungeltöne".
Abseits der hauptstrasse, wir fahren über eine rote piste, kurven um die pfützen vom letzten regen, finden wir ein resort.
Am morgen (schon) wieder einen platten, diesmal das vorderrad bei vreni. Mit etwas verspätung geht´s los, im dorf luftkontrolle und nudelsuppe, auf grobem asphalt fahren wir richtung osten, angenehme temperatur. Wellenförmig mit schönen "schwungkurven" sanft aufwärts, die leute in den siedlungen winken, grüssen, die lachenden gesichter freuen uns. Oft klingt laute musik aus den hütten, die leute sitzen davor in gruppen am strassenrand, viele kleinkinder in hängematten.
Die strasse je länger je steiler, lange abschnitte mit 10% und mehr, zwischendurch ist schieben angesagt, wir sind echt in den bergen. Die wunderschöne natur aber entschädigt die strapazen, wir fahren durch dschungel pur.
Lastwagen stören die ruhe, voll mit aufgeschichteten käfigen, es jault und jammert, vollgestopft mit hunden, sie liegen kreuz und quer übereinander. Grässlicher anblick, wir sind schockiert.

Wir sind auf der passhöhe, bewundern die aussicht, dunkle wolken ziehen auf, die nächsten kilometer geht´s runter, kurz vor dem regen erreichen wir ein dorf mit guest-house.
Was erwartet uns heute? Die berge in grau, nebel, feucht,  es sieht nach herbsttag aus.
Am dorfrand bereits wieder steil, keine zeit zum "einfahren", viele lastwagen, baustellen.
Einer beladenen strassenzisterne mit anhänger wird ein pneutrax vorgespannt, alleine schafft sie die steigung nicht.
Nieselregen setzt ein, alles wird glitschig, zur abfahrt aber wieder trocken, sonnig.
Erfrischungspause, es geht nicht lange flach, über die nächsten hügel wellenförmig in die höhe.
Wir erreichen eine wunderschöne hochebene, fühlen uns in einer andern welt: viele reisfelder, dazwischen einzelne bäume, umramt mit steilen, dschungelbesetzten hügel, mittendurch die strasse. Wir halten an, schauen, staunen, immer wieder, wir lassen die eindrücke auf uns einwirken.
Ein schluchtartiges tal führt uns nach lak-sao, der letzten stadt vor der grenze, ruhetag. Ueli braucht neue sandalen, finden nichts, die asiatischen schuhgrössen hören bei 42 auf.

Heute fahren wir die letzten km in laos, der letzte pass vor der grenze. Es war eine kurze zeit in laos, sehr intensiv, streng, aber landschaftlich wunderschön.

Der grenzübergang problemlos, der ausreisestempel kostet pro person 10´000 kip, der einreisestempel für vietnam 1$. Der beamte sieht in meinem geldbeutel eine iranische banknote, will wissen was das ist, flipt fast aus als ich im den "grünen khomeini" schenke. Noch ein formular ausfüllen und dann geht´s abwärts. Die strasse ist sehr schlecht mit  sehr wenig verkehr, so haben wir genügend platz auf der schmalen strasse, suchen die ideale linie und kurven um die schlaglöcher.
In tau-son geht´s ins erste vietnamesische hotel.
Der erste eindruck von vietnam: die leute wirken sehr ruhig, zeigen interesse, verständigung ist schwierig, sie leben sehr einfach.
Die landschaft auf dieser seite des passes: viel dschungel, bäche und flüsse, bei den siedlungen nebst reis auch viel mais und gemüse, vorwiegend steinhäuser.
Das essen ist sehr einfach, nur strassenküchen, meist reis mit gemüse und ei, oder nudelsuppe, auf fleisch verzichten wir, angeboten werden vor allem innereien.
Die menschen kommen auf uns zu, reichen uns die hand, sprechen uns an. Wir sind erstaunt, denn ein händeschütteln haben wir sehr lange nicht mehr erlebt.

Wir erreichen das flachland, fahren auf der hauptstrasse, finden in hong-linh ein hotel, ruhetag. Auch hier markt wie üblich: alles offen auf der strasse in der grössten hitze, geflügel wird lebend verkauft, beim fleisch wird alles verwertet, leicht wird man hier vegetarier.
Mit einer banane im bauch fahren wir los, auf der hauptstrasse richtung hanoi, der verkehr ist enorm, die luftqualität wird schlechter (schmetterlinge, wo seid ihr geblieben?), viele moped- und velofahrer tragen masken.
Die durchfahrt durch vinh ist imposant: wir fahren im fluss mit hunderten von velos und mopeds von ampel zu ampel, man findet zeit zum hallo-sagen, die autos haben trotz der huperei für einmal keine chance zum vordrängen.
In dien-chau fahren wir nach langer zeit wieder mal ans meer. Es ist ebbe, nicht einladend zum baden. Imposant die vielen fischerboote, sie warten auf die flut um in den fluss zum hafen einfahren zu können. Am abend füllt sich der strand mit einheimischen, unzählige strand-(bier)-beizchen, zum essen seafood.
Bei wunderschönem sonnenaufgang mit kitschig rotem himmel fahren wir weiter, zurück auf die hauptstrasse, nach einer kurzen baquette-pause sind wir wieder mittendrinn, im morgenverkehrsstrudel.
Alles ist unterwegs: velos und mopeds vollbeladen mit tieren, gemüse, früchte und was sonst noch alles auf den markt muss, sogar ein sarg quer hinten auf einem moped, aber auch gruppen von schulkindern, schulbusse sieht man selten.

Die "berge" werden hier buchstäblich abgebaut, daher sehr viele lastwagen mit bruchsteinen und kies, dadurch alles im staub und dreck. Zwischendurch offene gebiete mit viel wasser, teils flüsse, teils lagunen und auch wieder viele reisfelder. Auch sieht man bei den siedlungen nebst den tempel häuffig kirchtürme.
Durch diese immer wiederkehrende landschaft nähern wir uns langsam hanoi, ca 35km vor der stadt machen wir nochmals station.
Beim packen der velos ein heftiger platzregen, mit etwas verspätung fahren wir los, endspurt nach hanoi. Wir fahren auf der autobahn, dunkle wolken, die ersten regentropfen. Bei einer brücke halten wir an, ziehen die ponchos über, es schüttet aus kübeln, innert kürze sind wir eingekreist von velo- und mopedfahrern, frei ist nur noch die überholspur, auf der die autos hupend vorbeirasen, die händler kommen über die leitplanken und verkaufen regenponchos.

Der regen lässt nach, wir fahren weiter, eingangs hanoi meldet sich der hunger, wir essen eine nudelsuppe. Es giesst wieder aus kübeln, die strassen werden langsam zum bach. Das wasser steigt und steigt, das gemüse einer marktfrau schwimmt davon. Öfters pannen auf der strasse, den mopeds fliesst das wasser in den auspuff.
Da keine sicht zur besserung fahren wir weiter, wir wollen ins zentrum. Wo viele autos und mopeds probleme haben finden die velos einen weg, mit viel kraft und gleichgewichtsgefühl schaffen wir es durch die wassermassen. Dank dem wasser ist der verkehr langsam geworden, gut finden wir das zentrum und das uns empfolene guesthouse.

Wir gehen auf entdeckungsreise, es hat sehr viele boutiquen und galerien, die häuser sehr schmal dafür hoch, die trottoirs überstellt mit mopeds, viele alte bäume, die stadt wirkt grün. Der verkehr ist enorm, die mopeds drängen sich durch die gassen, rotlicht wird kaum beachtet. Das überqueren der strassen wird zum abenteuer, man muss einfach langsam gehen und hoffen, dass man "umkurvt" wird.

Lange schon machen wir uns gedanken über unsere weiterreise, x-mal studieren wir klimatabellen. Weiter nordwärts nach china bringt uns in den winter - und was dann? Südwärts über südvietnam, kambodscha zurück nach thailand, malaysia richtung indonesien und australien - reizt uns irgendwie nicht. So bleibt eigentlich nur noch ein "kontinentwechsel" nach nordamerika, die west-coast hinunter nach kalifornien und mexiko. Die jahreszeit ideal, wir sind dann im winter in zentralamerika, könnten somit auch die baja-california befahren.

Wir buchen tickets nach seattle, wechseln in ein anderes hotel mit "gratis-einlagerung" unseres gepäcks und verpacken in einem bicycle-shop unsere velos.

Es ist der 23. Juli, rechtzeitig sind wir am flughafen und können nicole und marcel in die arme schliessen, schön so ein wiedersehen nach fast 15 monaten.
Bei einem bier verplanen wir die gemeinsamen 10 tage.
Nach zwei tagen hanoi geht´s mit nachtzug und bus  nach sapa zum trekking in die berge. Hier im nordwesten gibt es etliche bergstämme, etnische minderheiten, sie unterscheiden sich insbesondere durch die verschiedenen kopfbedeckungen.
In begleitung einheimischer frauen und mädchen in ihren traditionellen kleidern, starten wir zur ersten "schlamm-tour" durch die reisfelder mit etlichen rutschpartien, dann grosses gerangel, denn jede "begleiterin" will uns handarbeiten verkaufen.
Die landschaft hier ist wunderschön, wie grosse treppenstufen reihen sich die reisterrassen aneinander, jede noch so kleine ecke wird ausgenützt, wo es zu steil ist wird mais angebaut. Regen und nebelfetzen geben eine besondere note, es passt irgendwie zur landschaft.
Übernachtung in einer home-stay mit sehr gutem "vietnam-food".
Der nächste tag im gleichen stil, richtiges "dräcking", wieder in begleitung der frauen, es wird ein "schützling" ausgewählt, dem dann immer wieder hilfreich die hand angeboten wird, in der hoffnung, dass sie später als dank etwas verkaufen können.
Am dritten tag dann wanderung nach cat-cat auf trockenem weg und ohne "begleitung", dafür reiht sich boutique an boutique, viele kinder die das wort "bonbon" bestens beherschen.

Zurück nach hanoi mit dem nachtzug, weiter per bus nach halong-city auf die dschunke, die für die nächste nacht unser schwimmendes hotel sein wird. Wir kreuzen durch unzählige inseln, einzigartig,  besuchen eine grosse tropfsteinhöle, machen halt bei einem schwimmenden fischerdorf.
In einem kleinen boot geht´s durch ein "loch im felsen" in eine imposante bucht, umramt von felswänden, vom boot aus geniessen wir ein bad, nach langer zeit wieder einmal schwimmen im meer.

Auf cat-ba-island geniessen wir zwei tage am strand, klein aber schön, einzig die wellen sind oft etwas (zu) gross.

Zurück in hanoi nehmen wir´s gemütlich, geniessen nochmals das bunte treiben, bald gehen die gemeinsamen ferien zu ende.
Für uns ein sehr schöner abschluss des "asien-trips", der faszinierend aber nicht immer einfach war.

Was erwartet uns in amerika?. . . wir sind gespannt!

Herzliche Grüsse
Vreni und Ueli