24.06.2010 . . . wir sind in Vientiane (Laos) . . .
Total gefahrene km: 13730 Höhenmeter total: 49216 Stunden im Sattel: 905
Viele mönche säumen die strasse, es ist "buddatag", alle altersstufen, kahlgeschoren in ihren orangen gewändern, einmal ein anderes "morgenbild". Wir nehmen den high-way, bei angenehmer bewölkung geht es hügelig nordwärts, meist üppig grün, viele plantagen, aber auch wälder und alleen. Ein abstecher zu einem signasilierten resort erweist sich als flop, weiterfahren, nach etwa 20km landen wir einmal mehr in einem 24std-hotel. Die landschaft bleibt in etwa gleich, viele düfte der blühenden büsche und bäume, es wird geerntet, kokosnüsse, ananas, palmölfrüchte und solche die wir nicht kennen oder den namen nicht wissen, viele (über)ladene fahrzeuge in allen variationen begegnen uns. In thap-sakae finden wir in einer strassenküche sogar spaghetti!
Wir fahren durch eine gegend mit vielen aloevera-feldern, meistens in lockeren palmenhainen. Wir sind auf dem land, die leute sind einfach, fröhlich, immer wird jemand organisiert der ein paar worte englisch spricht.
In prachuap-khiri-khan gibt´s einen ruhetag. Bei der einfahrt in die stadt entdeckt uns uwe aus deutschland, der hier lebt, er führt uns zu einer günstig-guten unterkunft. Beim bummel am meer entlang finden wir eine "deutsche kneipe", für uns ein schlaraffenland. Auch treffen wir hier interessante leute, vor allem "aus-bzw.-umsteiger". Zum beispiel "stone-gerry" aus oestereich, der uns viel spannendes aus seinem vielseitigen, nicht immer einfachen leben erzählt. Er hat ein flair für steine, handelt damit und ist überzeugt von den kräften die in ihnen stecken. Auch ist er begeisterter "murphy-leser", das buch das auch uns begleitet.
Der seitenständer an uelis velo macht schon länger probleme, die montageplatte ist zu schwach. Für die improvisation einer stärkeren aufhängung sind drei "werkstätten" und ca 3 stunden erforderlich, denn dort wo ein stück stahl abgesägt wird kann kein loch gebohrt werden, die werkstatt mit bohrmaschine wiederum hat keine schrauben. Thailand ist hier flach, wir fahren wieder ca 100km am tag, der rückenwind hilft uns dabei.
In cha-am finden wir im guest-house von urs, einem schweizer, ein perfekt eingerichtetes zimmer und geniessen bratwurst mit rösti.
Zeit für ruhetage, wir verbringen sie in kanchanaburi, am kwai-river, bekannt durch die "river-kwai-bridge". Im jollyfrog, direkt am fluss, lassen wir uns nieder. Spektakulär sind die "riesen-warane" im fluss, frühmorgens trifft man sie auch vor der haustüre! Wir mieten mopeds und fahren ca 75km zum erawan-wasserfall im gleichnamigen nationalpark. Wunderschöne fahrt durch lichte wälder, mit unzähligen schmetterlingen, wir verlangsamen unser tempo und geniessen die vielfalt der natur in vollen zügen. Zu fuss steigen wir die "sieben stufen" des wasserfalles hoch, sehr eindrücklich, immer wieder natürliche planschbecken die von den einheimischen, meist in den kleidern, rege benutzt werden. Je höher wir kommen desto weniger leute, ingesamt sind wir ca 3std unterwegs. Auf der rückfahrt werden wir plötzlich von der polizei angehalten, die strasse wird geräumt, sirenengeheul und blaulicht, in einem konvoi rast der sohn vom könig vorbei, wir fragen uns: was kann der von der schönen natur aufnehmen?
Auch wir besuchen die bekannte brücke, imposant, sie hat aber mit der "brücke im film" nicht viel änlichkeit. Auch hier finden wir "schweizerkost", bei einem romand essen wir spaghetti, das restaurant sehr geschmackvoll, man sieht das flair seiner thaifrau für schöne sachen (porzellan-malerin).
Wir sind früh dran, richtig motiviert, leider können wir das von uelis velo nicht sagen, ist beim aufsteigen ganz wackelig, hinten fehlt viel luft. Die handpumpe kommt zum einsatz, bei der nächsten tankstelle auch das frischgekaufte manometer (sind nämlich normalerweise defekt oder fehlen). Nach ca 10km wieder unstabil, abpacken, neuer schlauch rein und weiter geht´s.
Wir fahren durch viel landwirtschaft, der reis wird mit einer art mähdrescher auf raupen geerntet. Wieder mal eine "falschaussage" eines polizisten, wir fahren plötzlich auf nebenstrassen, stellt sich später aber als lohnenswert aus, wunderschöne natur mit lockerem wald und wenig verkehr, der umweg ist gering. Ruhetag, ueli will "google-picasa" einrichten, damit die besucher unserer web-site auch die alten bilder betrachten können. Auf "nebenstrassen" fahren wir weiter, lange einem fluss entlang, die landschaft offener, viele schlangen und echsen (auch überfahrene), in den reisfeldern viele reiher und andere vögel und vieles mehr, schmetterlinge begleiten uns den ganzen tag - das erlebt man nur auf dem velo (oder zu fuss). Nachteil der nebenstrassen: wegweiser und ortstafeln nur in thai, wir übersehen den richtigen abzweiger aber das ziel erreichen wir mit umwegen trotzdem.
Wir fahren nordwärts, es wird wieder hügeliger, vermehrt fahren wir an grossen, meist goldenen buddas vorbei, die leute wirken gelassener und ruhiger. Es ist sonntag, viele leute, meist gruppenweise, mit musik, singend und tanzend, sind auf dem weg zu den tempel um so ihrem glauben oder religion ausdruck zu geben. Unverhofft schiessen die hunde kläffend aus den büschen, man erschrickt, kriegt hühnerhaut in der grössten hitze. Die strasse wird schlecht, viele baustellen, der rote staub setzt sich überall fest, erinnerungen an indien werden wach. Bei einen dorf sonnenschirme an der strasse, darunter lockere plastiksäcke mit wasser und etwas drin, wir halten an: schlangen als nahrungsmittel werden angeboten!
Wir sind in den bergen, die strasse wird steil, wir langsam, die zeit läuft uns davon. Wir versuchen autostop, da vorwiegend pick-up´s unterwegs sind, merken aber bald, dass ohne geld nichts läuft. In phu-reua finden wir ein schönes, gepflegtes resort, die landschaft wie im französischen jura. Vorerst hügelig über ein plateau, ständig auf und ab, die aufstiege steil, der schwung der abfahrten reicht nicht immer aus um den nächsten hügel zu schaffen. Dann, auch vreni setzt den helm auf, eine rassige abfahrt nach loei. Mit neuen ketten fahren wir an den mekong, irgendwie etwas besonderes dieser fluss, hier sehr breit, das wasser erdig braun. Wir finden in einem guest-house ein wunderschönes zimmer mit blick auf den fluss, machen pause, geniessen wie schon öfters eine massage.
Die nächsten drei tage fahren wir dem mekong entlang, dschungel mit all seinen geräuschen, viel bambus, dazwischen bananenplantagen, maisfelder in voller blüte, einfache dörfer, traumhaft schön.
In nong-khai die letzte nacht in thailand, wir fahren über die "freundschafts-brücke" und sind in laos.
Nun sind wir in vientiane, beschaffen die visa für vietnam, ruhen uns aus und geniessen den "französischen flair" dieser stadt. Laos ist für uns transitland, unser ziel ist hanoi, wo wir mit marcel und nicole gemeinsam ferien verbringen werden, wir freuen uns sehr.
Herzliche Grüsse Vreni und Ueli
27.05.10 . . . wir sind in Chumphon (Thailand) . . .
Total gefahrene km: 12222 Höhenmeter total: 45782 Stunden im Sattel: 815
Kota Bharu erweist sich als gute info-plattform für unsere weiterreise, insbesondere nachdem wir vom hotel ins "cerana guest-house" umgezogen sind, ein klassischer traveller-treff. Ein süd-afrikaner, seit 10 jahren unterwegs, (er verdient sich das reisegeld als journalist), hat grosse hochachtung über die leistung die wir unserem alter noch vollbringen können, auch weitere junge traveller können sich unsere reise nicht oder nur schwer vorstellen. Auch annette und jo aus belgien, die in cherating unsere nachbarn waren, treffen wir hier wieder. Wir schlendern durch die stadt, geniessen vor allem die air-condition in der einkaufszentren. Wir fahren an die beach, sind aber entäuscht, alles relativ schmutzig, abfallberge.
Am 5. april fahren wir das letzte stück malaysia, staunen über die schmuggler, die direkt gegenüber dem pass-büro cartonweise waren über den zaun befördern, offensichtlich normaler alltag. Auch wir kommen ohne probleme über die grenze, die gewünschten 3 monate kriegen wir nicht, nur 2 monate, können dann aber verlängern. In der grenzstadt sungai kolok finden wir ein hotel, suchen eine wechselstube, eine erste demonstration findet statt, überall sehr viel armee und polizei. Etwas mühe haben wir zum finden einer neuen sim-karte, aber nach ca 3 stunden ist auch dieses problem gelöst, die verständigung ist schwieriger, sehr wenige leute sprechen englisch. Wir nehmen den high-way, gute strasse mit "2-rad-streifen", wenig verkehr, eine gute sache, aber.... sehr viele strassensperren mit kontrollen, auch viele streifenwagen unterwegs, uns gegenüber sehr freundlich. Vor narathiwat zweigen wir ab, die signalisation einer beach ist verlockend. Total überhitzt nehmen wir ein bad in einer wunderschönen bucht mit viel sand und palmen, in einem beizli gibt es ein kühles getränk im "plastic-sack mit röhrli", mal was anderes. Früh fahren wir los, die erwartete "morgenkühle" täuscht, die brillengläser beschlagen sich in der schwül-heissen luft. Wunderschöne morgenstimmung in der üppigen natur, saftiges grün, palmen, aber auch laubbäume, dazwischen sumpffelder. Die mopeds dominieren die szene auf dem high-way, in allen variationen sind sie umgebaut, zum transport von waren, gegenstände, häuffig auch ganze familien, viele lachende gesichter, sie winken uns zu. Wieder kommt ein wegweiser zu einer beach mit resort, nach ca 10km stehen wir an einem wunderschönen strand mit hütten, die resort-angestellten sind nicht glücklich als wir nach einer schlafgelegenheit fragen. Alles verlottert, schmutzig, von der toilette sprechen wir lieber nicht. Schnell sind wir wieder draussen, so schade, es wäre ein so schöner ort gewesen. Dann die grosse frage: wohin? In sai-buri soll es noch ein hotel geben, in einer naheliegenden strassenbeiz fragen wir nach dem weg. Spontan fahren uns zwei junge männer mit dem moped voraus, zum glück, alleine hätten wir es nie gefunden, kein schild, nur ein paar lämpchen und musik, es ist ein bordell, eine damen muss für uns ihr zimmer räumen. Uns stört es nicht, wir sind froh etwas gefunden zu haben. Wir sind wieder mal die exoten, alle sehr hilfsbereit, mit dem für hier typischen seitenwagen-moped werden wir in die beiz gefahren, auch hier alle freundlich, nur schon vrenis nase gibt anlass zum lachen. Am nächsten morgen werden wir nachdenklich: budistische mönche auf dem weg zum tempel werden von bewaffneten soldaten bewacht, auch sonst wieder viel präsenz von polizei und armee. Bei einem check-point werden alle mit sensor auf waffen und sprengstoff gecheckt, auch wir bleiben nicht verschont. Nach einer trinkpause zurück auf die strasse, kurze zeit später bemerken wir dass wir eskortiert werden: zwei motorräder und ein streiffenwagen, vor-, zwischen- und hinter uns, wir verstehen die welt nicht mehr, fühlen uns gestresst. Vor pattani sind sie plötzlich weg, hätten wir sie hier doch für die "hotelsuche" gut gebrauchen können! Wir telefonieren unserem freund martin, der schon längere zeit in thailand lebt und informieren uns: der süden ist gefährlich, probleme zwischen religiösen minderheiten, teilweise mit terroranschlägen, nun ist uns vieles klar. Schade, wieso gibt es nicht mehr toleranz und akzeptanz zwischen den religionen. Wir verpflegen uns auf dem night-market, mit hilfe des "ohne-wörter-buches" können wir unsere wünsche verständlich machen, eine englischsprechende thailänderin kommt mit uns ins gespräch, bestätigt unsere bestellung. Später kommt sie nochmals zurück, bringt uns ein dessert, mango auf süssem reis, sehr gut. Die nacht wird unruhig, fieber und kopfschmerzen schleichen sich ein, eine erkältung mit allem drum und dran. Wir sind gezwungen, eine pause einzulegen. Wohl etwas zu früh fahren wir weiter, an einer schönen beach beziehen wir ein strandhaus, nochmals ein ruhetag, können ihn aber nicht richtig geniessen. Um an wirksame medikamente zu kommen, fahren wir in die nächste stadt, hat-yai, es dauert fast eine woche bis wir uns wieder einigermassen fit fühlen. Weiter richtung krabi, es ist sehr heiss und schwül, nach ca 20km ziehen wir die "notbremse", vreni hat atemprobleme. Die touristen-polizei ist sehr hilfsbereit und vermittelt uns die weiterfahrt per minibus. In krabi verwöhnen wir uns mit nichtstun und gutem essen, eindrücklich die fahrt mit einem longtail-boat durch die mangrovensümpfe.
Der langersehnte termin für unsere ferien mit simone und andreas auf phuket rückt immer näher. Uns zieht es wieder auf die strasse, mit dem ziel patong, da dort eine ehemalige arbeitskollegin von vreni in den ferien weilt. Gemütlich bewältigen wir die strecke (immer sehr heiss!) in 4 tagen, finden in der "touch-villa-mansion" eine geeignete unterkunft.
Der augenblick ist da, wir können unsere kinder in die arme schliessen. Wir zeigen ihnen den strand und das "nachtleben", etwas speziell hier in der patong-beach, viel davon gehört, wir haben es uns aber nie so ausgeprät vorgestellt. Nach kurzer anklimatisierung von simone und andi starten wir zum "inselhüpfen". Vom boot aus sehen wir unzählige inseln, klippen mit üppigem grün überwachsen, im klaren wasser schimmern die fast durchsichtigen quallen in den verschiedensten farben. Wir landen auf phi-phi-islands, am pier werden wir überhäuft mit angeboten von übernachtungsmöglichkeiten, treffen eine gute wahl. Am strand geniessen wir die ambience, das wasser in der seichten bucht sehr warm. Bummeln, essen, viel erzählen - wir geniessen es. Der ausflug zur monkey-beach erweist sich als hit, die affen kennen das verhalten der besucher, sind frech. Weiter nach ko lanta, wir landen in der klong-klong-beach, das resort ist klein aber fein, direckt am strand. Unser program ist vielfältig: massagen, mopedfahren, hölen-trip, gut essen, drinks an der bar.....die zeit vergeht viel zu schnell. Zurück in patong müssen wir abschied nehmen von simone und andi, für uns alle beginnt wieder ein anderes leben.
Nach "gross-service" an den velos, zahnarztbesuch, dem aufessen von "schweizer-food", der visa-verlängerung, verabschieden auch wir uns von phuket, wir fahren richtung ostküste. Täglich werden wir auf die probleme in bangkok aufmerksam gemacht, auch wenn man kein thai versteht, die meldungen im fernsehen sind schrecklich. Wir sind wieder auf dem land, einfache freundliche menschen, die "velo-pause" macht sich in unseren gliedern bemerkbar. Da es trotz leichter bewölkung sehr heiss ist rasten wir häufig. Einmal bietet uns ein grosses zeltdach schatten an, wir vermuten, dass hier am vortag eine hochzeit stattgefunden hat. Dem ist aber nicht so, innert kürzester zeit haben wir ein "tischlein-deck-dich" mit vielen leckeren sachen, wir kommen ins gespräch und werden aufgeklärt: abschiedsfeier vom verstorbenen grossvater. In dieser ländlichen gegend findet man kaum mehr unterkunft, wir entdecken die "24-std-hotels", die oft bei grösseren kreuzungen, meist etwas versteckt im hintergrund, liegen. Diese "absteigen" sind immer sehr sauber, nebst seife und shampoo liegt meistens auch das condom bereit. Der monsun macht sich bemerkbar, täglich ein gewitter, viel mehr bewölkung und dadurch für uns angenehmer zu fahren. Frühmorgens fahren wir durch die frischgewaschene landschaft, viel palmöl- und gummibaum-plantagen, heute ist unser ziel chumphon. Dort treffen wir die "orangetrotter", helga und jürgen aus deutschland, die wir schon in der türkei getroffen haben, Bei einem gemütlichen nachtessen plaudern wir über unsere erlebnisse und tauschen erfahrungen aus. Die wege trennen sich, die beiden südwärts nach malaysia, während wir weiter nordwärts richtung laos fahren.
Herzliche grüsse Vreni und ueli
03.04.10 . . . wir sind in Kota-Bharu (Malaysia) . . .
Total gefahrene km: 11167 Höhenmeter total: 43208 Stunden im Sattel: 750
Über die küstenstrasse fahren wir richtung chennai, der letzte tag velofahren in indien. Schon bald merken wir an der luft die nähe der grossstadt, die strasse richtung flughafen finden wir erstaunlich gut, etwa 2 km später finden wir ein einigermassen hotel. Wir fahren zum flughafen zurück um die modalitäten mit den velos abzuklären, nach x-mal durchfragen wissen wir bescheid: pedale abschrauben, lenker gerade stellen und mit plastic verpacken reicht aus. So stehen wir am nächsten tag rechtzeitig vor der "strech-maschine", umständlich wird "gewickelt". Das gefühl für gegenstände fehlt hier dem personal, werden doch die velos nach dem verpacken durch den scanner gemurkst, alles ausrufen nützt nichts! Bei der passkontrolle das nächste problem: sie finden auf dem pc unsere einreise nach indien nicht, offensichtlich ist es nicht üblich auf dem landweg einzureisen und das land per flug zu verlassen, es gibt einiges zu diskutieren. Das nächste problem bei der kontrolle des handgepäcks: die abgeschraubten pedale werden offenbar als "waffen" angeschaut, auch hier einiges an aufklärungsarbeit nötig, eine rolle klebeband wird beschlagnahmt. Das check-in problemlos, für die velos zahlen wir (teures) übergewicht, dann ein 3-stündiger, ruhiger flug mit malaysia-airlines.
In der morgendämmerung landen wir, nochmals zeitverschiebung, jetzt 7 stunden vorsprung zur schweiz. Wir bestaunen den hochmodernen flughafen, alles klimatisiert, per u-bahn geht´s zur passkontrolle und gepäckausgabe. Die velos und das gepäck wartet bereits auf uns, das personal hilft beim auspacken, der plastic wird entsorgt, alles viel geordneter als in indien.
Müde stehen wir vor dem flughafen in der feuchtheissen luft und hoffen, bald ein hotel zu finden, denn das zentrum von kuala lumpur ist noch über 70km entfernt. Auf der E20 fahren wir richtung kuala-lumpur, bei einem mc-donalds machen wir rast, erkundigen uns nach einer schlafgelegenheit. Das personal sehr hilfsbereit, zeichnet uns einen plan, leider fragen wir nicht nach der entfernung. Nach ca 15km finden wir das hotel und sind etwas gefrustet, da alles besetzt. Wir fahren zurück, (entlang der F1-rennstrecke), nochmals etwa 20km richtung kuala-lumpur und landen in putrajaya. Schon von weitem sieht man die hochhäuser, viele brücken, von hochmodern bis zu klassisch renoviert. Es beginnt zu regnen, wir finden einen park mit pavillon. Hotel nur ein teurer kasten, (würde unser budget sprengen), wir beschliessen etwas zu essen zu suchen und uns dann in die büsche zu schlagen. Wir fahren in das zentrum, die ganze stadt ist ein park, eindrücklich die sauberkeit, architektur nur vom feinsten. Wir finden den "night-market", ein food-stand nebem dem andern, eine riesige auswahl. Dann aber die frage: wo schlagen wir uns in die büsche? Nach langem hin und her fahren wir zurück zum pavillon in den park. Wir erkundigen uns, es wird uns abgeraten, es würde durch die polizei überwacht. Wir setzen uns auf eine treppe und warten auf die polizei, bald kommt anstelle der polizei ein security-team, wir erklären ihnen die situation und sie geben uns das ok, im pavillon zu übernachten. Übrigens: das öffentliche wc in diesem park übertrifft alles was wir in indien gesehen haben, alles gepflegt und blitz-blank! Durch die vom nächtlichen regen frischgewaschene landschaft fahren wir über moderne expressstrassen, oft mt speziellem 2-rad-streifen, weiter richtung kuala-lumpur, sehr heiss und feucht, finden ein china-hotel in der nähe der u-bahn-station.
Problemlos kriegen wir das thailand-visa innerhalb eines tages. Wir nutzen die "wartezeiten" in der klimatisierten atmosphäre der petronas-türme, wo sich auch ein riesiges einkaufszentrum befindet, eine boutique nach der andern, für uns etwas schwierig, all dieser luxus und reichtum nach unsern eindrücken in indien. Wir haben glück und bekommen ein ticket zum besuch der sky-bridge, imposant ist der ausblick über die stadt, obschon wir uns ja "nur" im 42-zigsten stockwerk, also auf halber höhe befinden. Bis 2003 waren die twin-towers mit 452m das höchste gebäude der welt, imposant die bauart aus stein, glas und chromstahl.
Das leben in der stadt ist markant teurer geworden, wir sind froh die stadt zu verlassen, auch möchten wir wieder mal in die grüne landschaft. Nach einem stopp im velocenter mit ersatzteilkauf und service, (entdecken einen riss im pneu, vermutlich vom "murksen" auf dem flughafen in chennai), kehren wir in den "alltagsrythmus" zurück. Man kann sagen "zurück zur natur", nach mehreren tagen in "beton, stahl und glas" geniessen wir die fahrt durch den dschungel rauf in die berge. Trotz der hitze ist es relativ angenehm, viel fahren wir im schatten, nach 30km erreichen wir den höchsten punkt. In der "bananenpause" werden wir durch eine affenhorde umringt, ist sogar etwas unheimlich, ebenso die geräusche aus dem dschungel sind für uns noch neu und ungewohnt, manchmal sehr laut. Die anschliessende abfahrt, auch 30km ins nächste dorf geniessen wir, die strasse ist sehr gut mit wenig verkehr, ab und zu kreuzen uns riesige holztransporter, beim anblick der gewaltigen baumstämme kommt uns der verschollene manser in den sinn, der die abholzung bekämpft hat. Wir werden durch die dschungelfeuchte wie berieselt, mit dem fahrtwind zusammen ein angenehmes gefühl. In temerloh finden wir ein hotel mit air-condition, machen ruhetag, pflegen unsere körper (ein paar "bresten" haben sich bemerkbar gemacht). Wenn wir das zimmer verlassen beschlagen sich unsere brillengläser, an dieses feucht-heisse klima gewöhnen wir uns nur langsam, auch die einheimischen finden es dieses jahr ausserordentlich heiss. Mit dem monsun-regen haben wir es bis jetzt gut, meistens kommt er abends und in der nacht.
Nach maran biegen wir ab richtung süden an den pahang-river, von dort sollte man per boot zum lake chini fahren können. Wir finden den ort, rasch ist unser hab und gut auf ein boot verladen, erst queren wir den "pahang", dann geht´s rein in einen ganz schmalen seitenfluss zu einem wehr mit schleuse. Dahinter öffnet sich ein wunderschöner dschungelfluss, unzählige vogelstimmen, viele enge kurven, vorbei an mangrovensümpfen, der bootsführer versteht sein handwerk. Bei einer siedlung kurzer halt, beim "blasrohr-schiessen" staunt ueli über sich selbst, er trifft die zielscheibe immer! Weiter gehts, jetzt auf dem see mit vielen lotusblüten, wieder bewundern wir den orientierungsinn des bootsführers. Durch viele binsen, schilf und untiefen erreichen wir das chini-resort, genauer das jaja-jones-guesthouse, mitten in einer dschungelsiedlung. Wir sind froh über die "halb-pension", denn im dorfladen gibt´s mehr oder weniger nichts! Ueli geht mit einer gruppe franzosen auf einen dschungeltreck, fast ein survival-training, der eingeborene guide zeigt essbare früchte und pflanzen und wassergewinnung aus lianen. Auch sonst macht er immer hinweise auf interessante dinge, die wir laien gar nicht sehen. Wir treffen horst aus östereich, auch mit dem fahrrad unterwegs, er will nach indonesien radeln, plant für nächstes jahr eine längere auszeit per fahrrad mit seiner lebenspartnerin heidi, euch beiden jetzt schon viel spass! Nach drei tagen mit zeitweise prasselndem monsunregen auf´s wellblechdach, mit nudel/gemüse zum frühstück und reis/gemüse zum abendessen, all den "kleinviecher" die sich auf uns wohlfühlen, es juckt und beisst, dem waschen mit regenwasser, verlassen wir das "dschungel-camp". Wir fahren frühmorgens über steile hügel zurück an den pahang-river, unterwegs richtung pekan plötzlich ein heftiger platzregen, wir finden unterschlupf in einem bushäuschen. Wir sind früh in pekan, freuen uns auf einen gemütlichen nachmittag, leider nicht so, alle übernachtungsmöglichkeiten sind wegen eines polo-cup besetzt. Ein anwalt bietet uns hilfe an, er führt ueli mit dem auto von hotel zu hotel, ausserhalb der stadt richtung kuatan werden wir fündig, das zweitletzte zimmer in einem budget-hotel. Der anwalt trichtert dem manager ein, dass dieses zimmer reserviert werden muss, da wir etwas zeit brauchen, es klappt. Übrigens: ca 20 velo-km für die zimmersuche (anstelle des gemütlichen nachmittages!).
In der nacht beginnt es zu regnen, leider ein dauerregen, sehr intensiv. Wir wollen weiter, somit kommen nach langer zeit (ca 9 monate!) unsere regenponchos wieder mal zum einsatz. In kuantan finden wir rasch ein hotel, das uns trotz nässe aufnimmt. Es ist sonntag, wir schlendern durch ein einkaufszentrum und staunen, es ist blutspenden! Wir geniessen die einkaufszentren, nicht für´s einkaufen sondern wegen der air-condition!
In cherating finden wir den lange ersehnten sandstrand, in einem resort beziehen wir ein beach-chalet und geniessen das (für uns fast zu warme) meer für ein paar tage. Unsere nachbarn, jo und annette aus belgien, interessieren sich sehr für unsere reise, wir plaudern viel zusammen, es sind richtige weltenbummler, sie geben uns viele tips.
Über schöne küstenstrasse, durch abwechslusreiche landschaft, fahren wir richtung norden, plötzlich ein wechsel, statt friedlicher wälder und lockeren siedlungen etwa 10km petronas-industrie, später ein golfplatz, ebenfalls petronas.
Der mensch ist ein "gewonheitstier": unser "indien-frühstück" aus bananen, nüssen, sultaninen, gekochten eiern und cornflakes finden wir hier kaum mehr, nun gibt´s "malaysia-breakfast", nudeln, reis, oder roti mit eingebackenem ei, man bleibt auch bezüglich ernährung immer in bewegung. Früchte gibt´s vorwiegend ananas, mangos und melonen, die nicht mehr so einfach zu essen sind, man braucht "werkzeug" dazu. Bei den getränken hat der lemon-tea mit eis das cola abgelöst, das eis ist hier problemlos zu geniessen.
In penarik treffen wir auf ein verlassenes resort, wie uns gesagt wird, fängt die saison erst an. Das besitzerehepaar drückt uns als erstes ein getränk in die hand, dann ein buch über einen schweizer, der vor zwei tagen abgereist ist, aus dem buch zu entnehmen handelt es sich um ein "original" aus st. gallen, albert nufer. Hier direkt am meer spürt man die kraft der natur, wind, wasser, sonne und wolken geben ein faszinierendes schauspiel, vom strand aus betrachten wir wie die wellen überschlagen und schäumend ans ufer donnern, sonne und wolken bringen ein ganz spezielles licht dazu.
Die natur ist am aufwachen, wir fahren ins landesinnere, vor uns ein langgezogener, sanfter hügel mit palmölplantagen. In kuala besut werden wir dauerd angesprochen, jeder will uns auf die insel verfrachten, können nicht begreiffen dass wir einfach nur eine schlafgelegenheit suchen. Am nächsten morgen wird dann alles klar: dieser hafen ist das "sprungbrett" um die "normalen" touris auf die perhentian-inseln in die entsprechenden resorts zu befördern. Wir beschliessen nicht mehr an die westküste zu fahren, da diese strasse über die berge sehr "happig" sei, die unterkünfte teilweise rar, dadurch für uns zu lange strecken. Wir fahren nach kota bharu, nochmals ein paar ruhetage in malaysia.
Bald geht´s weiter nach thailand, richtung phuket, wo wir anfangs mai andreas und simone treffen werden, wir freuen uns riesig auf ein wiedersehen, sind wir nun doch bald ein jahr unterwegs!
Herzliche Gruesse Vreni + Ueli
01.03.2010 . . . wir sind in Mamallapuram (Indien) . . .
Total gefahrene km: 10154 Höhenmeter total: 40448 Stunden im Sattel: 686
Unsere bleibe im palolem-beach-resort ist etwas besonderes: ein grosses "sahara-zelt" auf einem betonsockel, gut eingerichtet, auch die velos haben platz, unser moskitonetz kommt zum einsatz, bewärt sich. Vor dem zelt tisch und stühle, schön gepflegter garten, 50m zum strand -- was will man noch mehr! Wir essen uns durch diverse "continental-food-speisekarten", finden sogar schweizer-rösti mit spiegelei, auch echten espresso mit chokokuchen können wir geniessen. Wir treffen carmen aus deutschland, eine nicht alltägliche begegnung. Carmen engagiert sich mit ihrem kleinen aber feinen hilfswerk hier direkt vor ort, sie unterstützt ein waisenhaus und eine lepra-station. Die spendengelder werden zu 100% eigesetzt, indem sie selber zum nötigen schaut, materialien und einrichtungen beschafft und handwerker organisiert. Schaut doch mal rein auf ihre website: www.vertrauensspende.de . Carmen, wir danken dir für die gemütlichen abende und wünschen dir alles gute! Wir geniessen das strandleben, die wunderschönen sonnenauf- und untergänge, das treiben der strandhändler, man findet auch alles für die körperpflege, von der massage bis zur "ohrenreinigung". Wir fühlen uns auch wohl in den gemütlichen strandbeizchen, besonders abends mit lagerfeuer, bei kaffee und brandy, oder einem bier. So schön es hier auch ist, morgen geht´s weiter. Der letzte abend sitzen wir vor dem zelt und schauen nochmals dem "palmenmann" zu, der jeweils morgens und abends von palme zu palme klettert um den saft für den "feni-schnaps" zu gewinnen.
Zurück auf der küstenstrasse sehen wir frühmorgens die wasserbüffel beim morgenbad in den abgeernteten reisfeldern, auch wir baden bereits -- im schweiss. Im gegensatz zu den bergen kühlt es hier an der küste in der nacht kaum noch ab. So sind wir froh über die dschungelwälder, wo wir über längere strecken im schatten fahren können. Froh sind wir aber auch über die "zuckerrohrsaftverkäufer", der frisch "gewalzte" saft ist gut gegen den durst, er wird verfeinert mit etwas ginger und limone. Wegen den vielen "backwater" führt die strasse häufig ins landesinnere, dadurch immer wieder hügelig, dazwischen palmenhaine, einfach wunderschön, natur pur. Die küstenstrasse wird flacher, wir sind wieder mal direkt am meer, da die dusche nicht funktioniert geniessen wir das abendbad im meer. Das landschaftsbild bleibt in etwa gleich, wird aber dichter besiedelt, vermehrt sehen wir wieder moscheen und damit mehr muslime, die frauen häuffig mit tschador. Aber auch tempel sind überall präsent, von kleinen nischen bis zu grossen gebilden, meist mit opfergaben, räucherstäbchen, blumen, bananen, kokosnüsse aber auch geld. Vreni steht einmal beim fotografieren aus versehen auf so einen "tempel", die leute sind entsetzt, beruhigen sich aber wieder nach dem vreni sich beim heiligen elefanten entschuldigt hat. A propos tempel: in malpe, einem pilgerort, finden wir ein guest-house, zum glück etwas abseits vom tempel, denn dort dröhnt täglich wärend 24 std "gesang und trommelklang" aus riesigen lautsprechern, x-mal das gleiche, übertönt das rauschen des meeres. Abends landet car um car, der sonnenuntergang hier ist anziehungspunkt. Einmal mehr indische handarbeit, die sandgewinnung: im wasser stehend wird der sand mit becken ab grund in ein holzboot geschüttet (teilweise tauchend!), wenn das boot voll zurück ans ufer, ausladen, schlussendlich vom ufer, wieder mit becken, auf den lastwagen. Alles handarbeit, dafür aber viele leute beschäftigt. Eines der hauptnahrungsmittel für uns sind die bananen: von klein bis gross und von grün bis rotbraun findet man alles, verschiedene aromen, von lecker süss bis sehr nahrhaft. Die regenschirme als sonnenschutz sieht man immer häuffiger, es wird von tag zu tag heisser. Wir fahren über eine nebenstrasse, "waschbrett", durch dschungel, wieder affen, grosser durst, finden ein hotel mit bar. "Jetzt ein kühles bier" denken wir, aber für vreni ist der zutritt zur bar verboten. Das family-restaurant ist ein finsteres loch, schlussendlich sitzen wir auf einem stinkenden sofa in der reception und essen unsere omelettes ohne bier, bier gibt es nur in der bar. Die küstenstrasse wird uns zu mühsam, die hitze macht uns zu schaffen, z.t. bis 40 grad, wir beschliessen bei calicut in die berge zu fahren. Wir fahren zum busbahnhof, unser ziel ist ooty, eine hill-station, auf 2200 meter. Die fahrräder auf´s dach, das gepäck auf die sitze, fahrpreis für uns je 91 rupien, für´s gepäck 3x 91 rupien (zwei sitze belegt mit gepäck plus dach -- indische logik!). Die fahrt geht holprig in die höhe, viele umwege, durch wunderschöne teeplantagen, das klima wird angenehm. Wir bleiben zwei tage, wandern um den see und geniessen die frische luft. Der aufstieg zur krete des talkessels ist hart, dann aber sausen wir runter, auf guter strasse, die lastwagen und busse haben meistens das nachsehen. Anfangs durch wälder und teeplantagen, dann kommt wieder der dschungel und dicht stehende palmenhaine, es wird wieder deutlich wärmer. Richtung salem fahren wir auf sehr guter strasse, highway, meist 4-spurig. Die moderne strasse passt eigentlich nicht in die gegend, besser gesagt zu den menschen, den einfachen strassenverkäufern, den strassenküchen, wo mit den fingern ab dem bananenblatt gegessen wird. Auch sind wir mal "beschäftigung" für die polizei, mehrmals halten sie uns an, immer wieder fragen, wollen mit uns zum tempel gehen. Es ist sehr heiss, sie füttern uns mit trockenen bisquits, kaltes wasser wäre uns lieber gewesen. Übrigens: patrouille mit 6 uniformierten, commander ist eine frau. Vorbei geht´s an vielen, vor allem kleinen fabriken mit dem geräusch der ratternden web- und strickmaschinen, indien das billiglohnland, von dem wir europäer profitieren. Wir begegnen einem bestattungszug, vorab ein wagen aus dem farbige blumenköpfe auf die strasse geschleudert werden, im rythmus zu den trommeln, dann der trauerzug. Der leichnam, in weisse tücher eingewickelt, wird auf einer holztrage auf den schultern getragen, sehr eindrücklich. Blumen sieht man in grossen mengen, die blumenköpfe werden zu kränzen und girlanden gebunden, ins haar geknüpft, als opfergabe in den tempel gelegt, und bei hochzeiten zum dekorieren der autos verwendet. Wir halten uns ostwärts, richtung meer und chennai, denn langsam haben wir genug von indien. Einerseits die inder, mal freundlich und herzlich, dann auch wieder kaum zum aushalten mit ihrer eckligen art, arrogant, bequem, unzuverlässig, immer auf abriss. Andererseits die strassen und dörfer mit all dem schmutz, rücksichtslosen verkehr und lärm -- kurz, wir sehnen uns nach einem anderen land. In pondicherry kommen wir wieder ans meer. Da dieser ort ehemals französisch war (hat hier auch sehr viele französische touristen), geniessen wir das entsprechende essen. Wir buchen einen flug nach kuala lumpur, malaysia. Weiter auf der schönen küstenstrasse richtung nord landen wir nochmals in einem badeort, mamallapuram, geniessen das meer. Auch dieser ort wurde 2004 vom tsunami betroffen, daher finden wir hier ein schönes, neugemachtes zimmer.
Nun noch eine"tagesetappe" nach chennai, flugtauglich packen, und . . . . . weiter geht´s, wir sind gespannt auf malaysia.
Herzliche grüsse Vreni und ueli
27.01.10 . . . wir sind in Palolem/ Goa (Indien) . . .
Total gefahrene km: 8987 Höhenmeter total: 37051 Stunden im Sattel: 610
Wir bleiben über weihnachten in udaipur, geniessen das"nichts-tun", essen uns durch "continental-food", treffenesther und markus mit den töffs, (wie schon in ungarn), drinken des öftern einbier miteinander. Ein veloservice steht an, lassen sie waschen, beim velohändler wechselnwir die ketten, der kettennietendrücker aus ihrer werkstatt kommt, nach uelisanweisung, zum ersten mal zum einsatz, da sie sonst nur ketten mitschnellverschluss verwenden. Zurück im guesthouse kriegen wir das erwartetepaket von marcel und nicole, beim auspacken stellen wir fest, dass die zöllnerdie schokolade zum teil "gefressen" und das leere papier (torino)wieder in das packet geworfen haben (in indien landet doch sonst alles auf demboden!). Das indische packsystem hat vorteile: das packet wird zum schluss instoff eingenäht und versiegelt, somit wäre die versuchung zum öffnen wenigergross. Übrigens: die prozedur um ein paket nach hause zu schicken dauerte einenhalben tag!. Wir haben eine pause nötig, machen es uns auf unserer terassegemütlich, vreni hat eine banane in der hand, will sie ueli geben, aber einaffe, der vom oberen stock herunterspringt, ist schneller, in sicherer distanzgeniesst er die geklaute banane. Wir bekommen eine eintrittskarte für einfestival, "arts and crafts", und beschliessen sie heute einzulösen(war übrigens "ausländertag"). Per rikscha fahren wir in das riesigeareal, viele handwerkerstände, beizen, eine arena mit viel zu lauter musik, einvergnügungspark. Wir geniessen die "indische chilbi-atmosphäre" bisin den späten abend. Nach ca 2 wochen verlassen wir das freundliche guesthouse, wo wir unssehr wohl fühlten. Rasch gewöhnen wir uns wieder ans velofahren, wir fahrendurch eine wunderschöne kakteenlandschaft, viele palmen und auch affen, diekakteen ziehen sich als "zäune" um die parzellen und die hügelhinauf. Bei modasa verlassen wir rajastan und fahren in das bundesland gujarat.Die charaktere der menschen ändert sich, wieder vorwiegend "gaffer".Einmal beim entladen der velos braucht es die polizei, weil die etwa 50 gafferdie strasse blockieren und den verkehr lam legen. Modasa hat vier hotels, zwei geschlossen, eines angeblich besetzt, dasletzte katastrophal, alles steht vor dreck, aus einem kleinen wasserhahn istkaum wasser zu entlocken, wir schlafen in den strassenkleidern, die schmutzigebettdecke als zusätzliche unterlage, da das bett so hart ist. Frühmorgens wieder eine positive erfahrung: wir werden aufgehalten undzum tee eingeladen, ca fünf minuten ab der strasse, ein wunderschönes haus.Frau und seine mutter begrüssen uns herzlich, wir werden mit tee undverschiedenem gebäck bedient. Im gespräch zeigt er uns ein paar wirkungsvolleentspannungsübungen, es stellt sich heraus dass er von beruf arzt ist. Nacheiner stunde fahren wir weiter, landschaft im wie die letzten tage, vreni kommtin einen wespenschwarm (und das ende dezember!), aber "ohne schaden"wieder raus. Wir fahren an einem unfall vorbei, zwei lastwagen frontal, wirfragen uns wie das wohl ausgegangen ist. Die ambulanz fährt übrigens auf dieserstrasse patrouille hin und her, die fahrer haben immer freude wenn sie unssehen. In lunavada halten wir bei einem "hotel", aber keine zimmer.Hier ist es üblich, dass restaurants mit "hotel" angeschriebenwerden, ein begriff, der auch bei nachfrage nach übernachtungsmöglichkeit zu missverständnissen bei einheimischenführt, besser fragt man nach guesthouse. Wir essen im "hotel", sinddie einzigen gäste, speisekarte in hindi, verständigungsproblem. Wir bestelleneine portion reis mit gemüse, wie immer "no spicie", das personaldiskutiert, beim servieren versammelt sich das ganze personal im halbkreis undschaut uns beim essen zu, als wir eine zweite portion bestellen freuen siesich. Der letzte tag 2009. Wir fahren zur nächsten etwas grösseren stadt oderdorf, in der hoffnung, dass die hotels dort zimmer haben. Sehr viel landwirtschaft,blühende sonnenblumenfelder, viele arbeiterlager am strassenrand, dieerntewagen werden meistens von kamelen gezogen. In godhra finden wir ein zimmermit warmwasser, reicht aber nur für vrenis haare. Ist auch indisch: wennüberhaupt warmwasser, dann nur am morgen. Silvester ist ein tag wie jeder andere, einzig auf einer dachterasse inder nähe des hotels wird eine party gefeiert. Anstossen aufs neue jahr könnenwir nicht, gujarat ist "alkoholfrei". Wir fahren zwei tage über einestrasse welche auf vier spuren ausgebaut wird, werden aber nicht behindert, dajetzt vor allem brücken gebaut werden. Man sieht sie wieder, die arbeitendenfrauen, sie tragen alles auf dem kopf, aushub, bausteine und beton. Vieleschulbusse für die kinder in schuluniform, traktoren mit anhänger für diekinder ohne uniform, zur arbeit aufs feld oder zur nächsten backsteinfabrik. Wir nähern uns vadodara, die landwirtschaft muss industriegebieten weichen.Es folgt die übliche "nachmittagsbeschäftigung", diezimmersuche. Die rikschafahrer wittern geld, etliche kennen die besten undgünstigsten hotels, zeigen bündelweise hotelkarten mit fantastischen preisen(gültig vor vielleicht fünf jahren). Die stadt ist gross, so nehmen wir einendieser dienste in anspruch, er führt uns in ein quartier, aber dort haben diemeisten hotels keine bewilligung zur beherbergung von ausländern. Wir werdenhässig und suchen weiter auf eigene faust, der rikschafahrer (trotz bezahlung)immer hinter uns her, denn sie lauern auf provision der hotels. Wir werdenfündig, in der nähe essen wir sogar europäisch, ein lammsteak mit pommes undgemüse. Die stadt ist sehr modern, mit hochhäuser, viele junge frauen in jeansund t-shirt, auch viele frauen auf den scootern, moderne geschäfte undladenstrassen, security-leute, aber auch hier viele arme leute. Wir finden auch wieder wc-papier, sehrteuer, für umgerechnet sfr 1,20 pro rolle ein luxusartikel! Lange gehts bis wir aus derstadt sind. Bei sanftem regen, unter den grossen bäumen wird es kaum nass,ideal zum velofahren, finden wir den mehrspurigen highway richtung baruch. Vielverkehr aber genügend platz, nicht angenehm sind die "falschfahrer",heute sind es nicht wenige. Da der gegenverkehr abgetrennt ist und es nurselten eine öffnung zum wenden hat, fahren sie auf dem pannenstreifen einfachzurück, autos, traktoren, mopeds, fussgänger und tiere, das alles auf derschnellstrasse, es heisst auch hier immer aufpassen. Heute morgen hat es dichtennebel, kaum ein auto fährt mit licht, einige wenige mit dem warnblinker, wirschalten unsere rücklichter ein und fahren behutsam richtung navsari,temperatur beim start nur 15 grad. Wir überqueren eine 2 km lange brücke,unsere fahrrichtung gesperrt, die umleitung mit gegenverkehr ist uns zugefährlich, wir fahren weiter auf der gesperrten spur, zusammen mit einzelnenmopedfahrern, wir fühlen uns sicherer, erreichen das ende der brücke ohneprobleme. Die umleitung ist aufgehoben, aber autos kommen keine mehr, etwa einehalbe stunde haben wir freie fahrt, dann aber kommen sie, einer nach demandern, offensichtlich hat es irgenwie gekracht, wir wissen es nicht. Der nebellöst sich auf, am mittag haben wir 37 grad. Wir kommen auf dem highway gutvoran, mit hilfe des windes schaffen wir bis zu 100 km am tag, vielezuckerrohr- und bananenplantagen, je näher zu daman umso mehr industrie.In den vororten ist waschtag,die wäsche wird über den strassenzaun gehängt und trocknet im grösstenindustrie- und strassenstaub. Unsere motivation wird grösser, wir sichten einmc-donnalds-plakat, nach 20 km geniessen wir chicken, pommes und cola. In daman, der indischensauf-enklave (können nachträglich aufs neue jahr anstossen!), finden wir einschönes zimmer mit balkon. Der strand ist alles andere als schön, so ziehen wirnach 3 tagen weiter, wir beschliessen durch die berge nach goa zu fahren, sokönnen wir die gegend mumbai umfahren. In nashik treffen wir auf denNH4, sehr gute strasse, dauerndes auf und ab, gute und kühlere luft, durchschöne hügellandschaft. In sangamner stopt uns ein mopedfahrer, wir müsstenunbedingt zu seinem shop kommen, nur 5 minuten. Durch enge gassen gehts aber inein wohnquartier, freunde und bekannte werden zusammengerufen, wir landen inder familie eines freundes, es gibt tee, ein zimmer wird geräumt, und unsübernachtung angeboten. Wir nehmen das angebot an, wissen noch nicht, dass esein anstrengender aber gemütlicher abend wird. Immer mehr leuten werden wirvorgestellt, handys lauffen heiss, wir schweizer mit den velos sind diesensation. Unser "familien-fotobüchlein" macht die runde, es wirdseite um seite fotografiert, die 3 töchter zeigen reges interresse an unserensöhnen. Es wird etwas ruhiger, die töchter führen uns zum shop ihres vaters,eine parfümerie, klein aber sehr viel betrieb. Wir werden mit allen möglichenduftnoten besprayt (obschon wir uns doch gewaschen haben!), die düfte sollen 2tage halten. Zurück im haus gibts wieder tee und gebäck, dann gehts per auto zuom (dem mopedfahrer) und seiner familie, wieder tee und früchte. Per handy wirdwieder organisiert, weiter in eine gewerbeausstellung, wo wir als ehrengästeempfangen werden. Wir werden dem publikum als world-traveller vorgestellt, uelimuss als schweizer zu den indern sprechen, er wünscht ihnen viel glück im neuenjahr und mit viel charme kommt es gut an. Dann natürlich ein rundgang, geführtdurch den "chairman", an vielen ständen werden wir zu werbezweckengefilmt und fotografiert und mit geschenken überhäuft, die wir meist wegen dergrösse ablehnen müssen. Bei einem der freunde der gastfamilie, einem wirt,werden wir zu einem indischen essen (thali)eingeladen. Nach dem essen müssen diefrauen nach hause (ausser vreni), derrollladen wird runtergelassen, die schnapsflasche kommt auf den tisch, dasgrosse staunen, weil wir den brandy pur drinken. Für ueli ist die nacht kurz,bereits um sechs die nächste verabredung, das morgentliche ritual der männer:walking in einem park, plaudern, lachen, bei einem see beten und zum schluss ineiner strassenküche tee trinken. Nach dem frühstück (gemüsereis und tee),reissen wir uns mit mühe los, der tag wird streng, kurz nach dem start dernächste pass, es ist heiss, die kurze nacht macht sich bemerkbar, nach ca 50 kmfinden wir an der strasse eine unterkunft. Von tag zu tag etwas strenger aberwunderschöne natur, gute strasse und gute luft, der entscheid in die berge zufahren war gut. Anfangs pune ein trauriger moment: wir sitzen bei einer cola,ein schreiendes kleinkind, nur mit hemdchen, wird vom security kurzerhand aufeinen tisch neben der strasse gestellt (es hat nichts verloren, in diesem"ehrenwerten haus"!). Es schreit noch mehr, fällt fast runter, vrenispringt zu ihm und hilft ihm wieder auf den boden, das kind hustet stark, istschmutzig, einfach ein armes hilfloses wesen, wie man sie in indien häufigsieht. Die mutter ist unauffindbar, mitnehmen können wir es nicht, vreni setztes zu zwei frauen, die am boden sitzen, auch arme leute, sie winken einfach ab,lassen es aber sitzen, traurig müssen wir es zurücklassen. Wir finden den bahnhof von pune,wo es, nach lonely planet ein günstiges hotel gibt. Wir mieten ein zimmer imgarten, mit veranda, können waschen, kochen wieder einmal selbst und gehen zurabwechslung in einen "bollywood-film". Nach langem finden wir wiedermal brot, dazu aus dem supermarkt ein gerber-fondue (wir wussten bisher garnicht, wie gut so ein "fertig-fondue" schmeckt!!). Wir treffen nadja aus zürich,sie schenkt uns ein buch, "der weisse tiger", ein roman, sehrgesellschaftskritisch, spannend, wir können die handlung gut nachvollziehen,vielen dank nadja. Die ausfahrt aus pune wirdrichtig happig: zuerst 10 km stadtverkehr, dann steil rauf auf ein plateau,weiter über hügel, immer wieder auf und ab. In kandala übernachten wir imgoverment-guesthouse, so gross, dass die velos im zimmer platz finden. Essengibts im restaurant, "no spicie" kapieren sie nicht, die tomatensuppegeben wir nach dem dritten "korrekturversuch" zurück, die nudeln abersind o.k. Wir sind einmal mehr die exoten, immer wieder geben wir anlass zumkopfschütteln, als wir bezahlen wollen ist alles geschenkt. Die zwei letzten tage vor goaübertreffen aber alles: nach einer rassigen abfahrt die western-ghats hinunterlanden wir in einer gegend mit mehreren erzminen. Unvorstellbar all dieunzähligen lastwagen, all die staus wegen "indischer fahrweise",sowie der damit verbundene rote sandstaub in der luft, wir sind von kopf bisfuss gepudert, zusammen mit dem schweiss und der hitze sehen wir aus wiegrubenarbeiter. Am späteren nachmittag fahren wir in palolem ein, sind wiedertouris unter vielen, im meer werden wir wieder sauber. Es ist wunderschön, hierkönnen wir ein paar tage ausspannen.
Herzliche grüsse vreni und ueli
20.12.09 . . . wir sind in
Udaipur (Indien) . . .
Total gefahrene km: 7752
Höhenmeter total: 31334 Stunden im Sattel: 522
Wir verlassen amristar bei regen auf guter strasse, der verkehr nimmt
rasch ab, wir fahren meist durch alleen, die felder sind sehr gepflegt, es wird
geerntet, reis, getreide und baumwolle. EIn paar kilometer vor makhu finden wir
ein zimmer wo wir gezwungenermassen absteigen müssen, da ueli kränkelt (das
erste mal seit sieben monaten). Auf unsere medikamente spricht ueli nicht an,
bis 40 grad fieber, wir rufen einen arzt. Es handelt sich um eine grippe, zwei
injektionen iv., ein paar tabletten, nach zwei stunden schwitzen sind die
fieber weg. Kosten der konsultation: 200 rupien, entspricht ca 4 franken (hier
braucht man keine teure krankenkasse!). Obschon das zimmer schmudelig und
ungemütlich, (mit maus als haustier), machen wir noch etwas pause, vreni
vertreibt sich die zeit mit stricken von "babysocken". Wir verlassen
den ungemütlichen ort nach vier tagen, ueli fühlt sich recht gut. Im nächsten
dorf, makhu, erledigen wir dringende einkäufe, wc-papier zu finden ist
schwierig, trotz "ohne-wörter-buch" verstehen die leute unser
anliegen nicht, folglich ist wc-papier hier unbekannt. Umzingelt vom halben dorf,
viele kleinkinder in den armen ihrer mütter oder älteren geschwister, vreni
verteilt die ersten gestrickten söckli, zieht sie über kalte kinderfüsse.
Ueli fühlt sich gut, möchte noch ein stück fahren, landschaft sehr
fruchtbar, strassen flach. Am späteren nachmittag viele frauen unterwegs,
tragen riesige holzbündel auf dem kopf nach hause. Die inder können
unterschiedlicher nicht sein: zum teil sehr stolz und hochnäsig, andere sehr
aufdringlich, alles muss angefasst werden, viele gaffer, aber auch sehr
freundlichen und herzlichen menschen begegnen wir heute. Wir finden faridkot
wiedereinmal ein zimmer mit warmwasser und schalten einen waschtag ein. Unser
"standardfrühstück", cornflakes, bananen, gekochte eier (in
strassenküchen erhältlich) und fruchtsaft, geniessen wir auf dem balkon. Weiter
gehts, immer richtung süden, einmal durch recht saubere dörfer, ausnahmsweise
liegt der abfall an hauffen und wird sogar zusammengenommen! Wir haben uns
schon einigermassen an die ewige huperei gewönt, können aber immer noch nicht
begreiffen, was die grundlose huperei eigentlich soll, manchmal sehr nervig.
Auch die fahrweise der inder ist speziell: überholt wird immer und überall, sei
es vor kurven, in engen dörfern und auch bei gegenverkehr, dazu aufs horn, der
andere soll aus dem weg. Wir haben auch schon inder zum strassenverkehr
angesprochen, da wurde uns erklärt, dass ausser in drei grossen städten kein
fahrausweis nötig sei, weder für autos, lastwagen noch für autobusse, im
übrigen gelte das gesetz des stärkeren, bremsen müssen nur die
"schwachen".
Wir nehmen heute eine nebenstrasse, etwas schmäler aber wenig verkehr
und guter belag, ein farmer bietet uns einen schattenplatz an, plaudert, wir
müssen seine felder fotografieren, auch seine familie kommt uns begrüssen.
Neben den fruchtbaren feldern sehen wir zelte, dort wohnen seine landarbeiter
mit ihren familien, das wasser wird zugetragen (wieder die frauen), ohne
irgenwas, die extreme nebeneinander, typisch für indien, arm und reich.
In bathinda geht vreni mit fotokamera auf die strasse um ein paar
bilder zu knipsen, wird umzingelt von unzähligen kindern die alle auf ein foto
wollen, auch erwachsene drängen sich dazu, es wird gestossen und gedrängt.
Schliesslich gibt es noch einen einblick in einen "slum-haushalt",
unvorstellbar all dieser schmutz und das leben dort, so wird z.b. teig auf einer
steinplatte auf dem boden ausgewallt, die kleinkinder meist nur oben bekleidet,
eine seife haben sie wohl noch nie gesehen. Bisher kannten wir indien nur vom
fernsehen, dokumentarfilme zeigen das schöne, farbige, duftende indien,
tourismus eben, was die gesellschaft sehen will, die rosinen im kuchen, wir
aber fahren durch den kuchen und das sieht etwas anders aus. Wir geniessen es,
nach dörfern und städten wieder durch die schöne landschaft zu fahren. Städte
und dörfer sind sehr speziell: stinkende offene strassengräben, alles voller
schmutz, überall wird gespuckt und gepinkelt und mehr, eine unvorstellbare
sauerei. Da stimmt was wir in einem reisebericht gelesen haben: "indien
ist ein grosses, gut beheiztes scheisshaus!"
Wir fahren durch steppenartige gegend, es wird immer sandiger, man
merkt, dass rajasthan mit seinen wüstengebieten immer näher kommt. Wie schon in
pakistan werden auch hier auf dem lande die kuhfladen genutzt, zurechtgeformt,
getrocknet und aufgeschichtet, sie dienen als heizmaterial.
Bei dabwali wechselt die staatsgrenze, chaos auf der strasse, wir
schlängeln uns durch, ein inder führt uns zum staatlichen hotel, leider wird es
nichts, die armee hat vorrang. Wir finden ein hotelzimmer ohne fenster, und
ausgerechnet beim packen ist stromausfall, kommt mehrmals täglich vor, es ist
gut, immer eine taschenlampe bereit zu halten.
Das essen wird schwieriger, meist nur indisch, höllisch scharf,
manchmal findet man chinafood, das bezüglich schärfe erträglich ist. Früher
haben wir uns beschweht über "immer nur reis und kabab", jetzt wären
wir froh, zwischendurch das zu essen. In den strassenküchen gibts meist dhal,
ein linsengericht, das mit chapati, einem immer frisch gebackenen fladenbrot
gegessen wird,aber eben, für uns zu scharf, manchmal findet man aber auch gute
"härdöpfeltätschli", für uns aber ohne sauce.
In sirsa werden wir auf offener strasse von einem reporter befragt und
fotographiert und finden uns später wirklich in der zeitung!
Mit einer stunde verspätung machen wir uns auf den weg, die landschaft
bleibt gleich, die strasse etwas schlechter, zu den kühen gesellen sich noch
schweine und geissen. Um die mittagszeit essen wir in einer strassenküche eine
suppe, ist sehr gut, dass wir das wasser, das sie mit einem schmutzigen
messbecher aus einem plasticfass schöpfen, stehenlassen, können sie nicht
begreiffen.bei der weiterfahrt treffen wir auf die ersten affen, etwas später
auf einen "affentempel", der affe hat bei den hindus eine besondere
bedeutung. Die verständigung ist schwierig, obschon englisch amtssprache ist,
wird es sehr wenig gesprochen, ca 40% sind hier analphabeten. Es wird von tag
zu tag wärmer, es gibt wieder viele bäume und wir hören wieder
vogelgezwitscher, leider ist die strasse miserabel und wir haben gegenwind,
zudem wird es leicht hügelig. Es gibt viel sand, die last- und zugtiere sind
häufig kamele. Wir treffen nomadenfamilien, die mit hab und gut und ihren
ziegenherden südwärts ziehen, jedes stück holz am strassenrand wird
mitgenommen. Von ihren wagen herab betteln sie nach geld, das fotografieren
lassen wir daher bleiben. Leute zu fotografieren ist schwieriger geworden, oft
wollen sie geld dafür, inder wollen für alles geld!
In churu, eine der schmutzigsten städte bisher, wir finden ein zimmer
mit badewanne, ziemlich sauber, wir geniessen das erste bad nach monaten. Der
ruhetag wird "stressig", schlechtes internet, sim-karte geht nicht
mehr, ueli kriegt wieder fieber. Wir müssen pausieren, im spital wird eine
bronchitis diagnostiziert, kosten für untersuch keine, in der apotheke für
antibiotika, tabletten und hustensirup ca 5 franken. Bald geht es besser und
nach einer woche sind wir froh dieses drecknest zu verlassen, bereits nach
wenigen km sind wir auf dem lande, gute luft und wieder wunderschön, richtig
zum "durchatmen", nach 40 km sind wir in fatepur, genug für den
ersten tag. Wir machen nochmals einen ruhetag, das zimmer ist gross, die velos
mit im zimmer, wir kochen wieder einmal selbst, gemüse wie wir es gern haben.
Die richtige strassenkreuzung zu finden erweist sich heute als sehr
schwierig, alle leute wissen zwar wo es lang geht, nach 12 km suchen haben wir
die richtige strassennummer immer noch nicht, kurzerhand ändern wir die route
und fahren richtung sikar. Wir fragen schon am abend nach dem richtigen weg, am
morgen nochmals, heute sind sich alle einig. Nebenstrassen, (auf der karte nur
weiss), ist immer ein gewisses risiko bezüglich sassenqualität, heute aber
haben wir glück. Wir fahren durch viele kleine dörfer, die leute hier sind
recht freundlich, winken wieder, ihr lachen ist angenehm. Links und rechts
grosse hügel oder kleine berge, viel sand (auch auf der strasse), aber trotzdem
fruchtbar, ein bauer zeigt uns stolz sein land, das er mit mohn bepflanzt. Die
dörfer sind sehr einfach, meist ohne elektrisch, so gibt es oft keine gekühlten
getränke. Anfangs kuchaman ein riesiger stau, alles fährt drauflos, obschon nur
für ein auto platz, keiner will zurück, riesen gehupe, auch ueli macht mit seiner
trillerpfeife mit, alles schaut zu uns, erstaunt über den etwas anderen klang.
Weiter auf weisser und gelber strasse, wieder wunderschöne natur, es wird ein
langer aber befriedigender tag, es wird dunkel und mit stirnlampe fahren wir in
pushkar ein. Wir haben glück, ein guesthouse-besitzer holt uns von der strasse,
es sieht gut aus, wlr entschliessen uns zu bleiben, werden auf der dachterasse
noch mit spaghetti bekocht, und so müde wir auch sind, wir geniessen den späten
abend und die aussicht über die nächtliche
stadt. Pushkar ist für die hindus ein wichtiger pilgerort mit vielen tempel,
einem "heiligen" see (leider trocken, nur noch stinkende tümpel), und
vielen touristen.
Wir gönnen uns ein paar tage ruhe, schlendern durch die souvenirläden
und geniessen "continental-food". Bier, wein und schnaps gibts auch
wieder, muss aber im restaurant "versteckt" getrunken werden.
Mit einer portion porridge nehmen wir die letzten ca 300 km vor unseren
weihnachtsferien in angriff.
Eine happige steigung zu beginn, dann gehts in ständigem auf und ab
durch eine wunderschöne hügellandschaft, leider viele baustellen, gegenwind,
trotzdem geniessen wir es. Einmal übernachten und essen wir in einem motel zu
total überrissenen preisen, als wir sie darauf ansprechen geben sie uns 20%
rabatt. Immer wieder werden wir angesprochen "wher you are from",
wenn wir sagen aus der schweiz per velo heisst es meistens "not
possible". Vorbei an zahlreichen marmor- und granitwerken, nochmals ein
happiger aufstieg, dann sausen wir runter nach udaipur. Wir fragen uns durch,
die richtung stimmt, bei einem halt werden wir auch hier für ein guesthouse
angesprochen, finden es gut. Ein eher kleines nostalgiezimmer, viele nischen,
rote vorhänge mit goldfäden geben etwas weihnächtliche stimmung, genau das
richtige für unsere weihnachtsferien, ein paar kerzen werden die stimmung
sicher noch etwas vertiefen.
Liebe freunde, verwandte, bekannte und unbekannte,
Wir wünschen euch von herzen ein besinnliches weihnachtsfest, viele
gute gedanken, einen guten rutsch ins neue jahr, einfach "häbets
guet"!
Herzliche grüsse
Vreni und ueli
28.11.09 . . . .Abschied von Pakistan
- erste Eindrücke von Indien. . . .
Spontan entschliessen wir uns in die berge zu fahren und auf dem
rückweg in islamabad
unsere visas abzuholen. Wir buchen einen flug nach gilgit und fahren von dort
per bus nach karimabad ins hunza-valley. Der flug entlang dem nanga-parbat ist
sehr eindrücklich, aber auch die 100 km busfahrt nach karimabad ist ein
erlebnis. Was uns schon früher durch motorradfahrer gesagt wurde erlebten wir
nun selbst: die baustellen am karakorum-highway, über mehrere hundert km, alles
handarbeit. Da werden steine geklopft zum geht nicht mehr, stützmauern werden
gebaut, der ausbruch nach den sprengungen meist von hand weggeräumt,
unvorstellbar, meistens unter anweisung von chinesen, der ausbau wird jahre
dauern. Wenn man all die handarbeit und die streckenführung dieser strasse
sieht, verwundert es nicht, dass da vom 8. weltwunder gesprochen wird. Wir
werden definitiv nicht per velo über den kkh fahren und unsere route ändern.
Karimabad ist ein wunderschönes bergdorf auf über 2500müm, inmitten
zahlreicher terassen mit aprikosenbäumen, alles in den schönsten herbstfarben.
Eindrücklich all die 7000er berge in nächster nähe. Wir wandern den
"channels" entlang, wasserkanäle, die schon vor hunderten von jahren
in die felsen gehauen wurden und zur bewässerung der terassen genutzt werden.
Die nächte sind bereits sehr kühl, tagsüber geniessen wir aber die immer noch
warme herbstsonne. Zurück in islamabad
nochmals all die security-checks und wir haben unsere indien-visas. Nochmals
einen ruhetag in lahore, dann verlassen wir pakistan,
sehen uns aber noch die tägliche grenzschliessung an, ein spektakel der
pakistanis und der inder, synchron, mit macht-demos, gegenseitigem anbrüllen,
und fahnenabzug.
Pakistan hat
uns, ausser der "stinkluft", sehr gut gefallen. Den kontakt mit dem
volk, den wir als radfahrer oder wie man sagt als "overlander"
hautnah erlebten, stimmt mit dem "west-bild" in keiner art und weise
überein. Das gilt übrigens auch für den iran. Trotz der armee- und polizeipräsenz
fühlten wir uns nie irgendwie unwohl oder gar bedroht. Wir erlebten diese
völker als herzlich und friedliebend, wissbegierig, das konstruierte
"feindbild" im westen macht ihnen zu schaffen, schade dass in den
westlichen medien die sensationsgier so aufgepauscht wird.
Nach fast 2 std grenzformalitäten beidseits der grenze (kein gedränge,
keine gepäckkontrolle!) sind wir in indien. Die trucks verlieren an farbe,
dafür werden die kleider der frauen nochmals eine spur bunter, der schmutz in
den strassen bleibt, das hupen der fahrzeuge ist weniger klangvoll dafür
schrill und agressiv, gehupt wird aus prinzip. Die menschen sind sehr stolz,
jedenfalls die mit dem turban, die sikhs, manchmal sogar etwas arrogant. Auf
der strasse ist man nie alleine, die inder kennen keine berührungsänste, bei
jedem stopp ist man sofort umringt von einer menschenschar, nebst dem gaffen
wird alles mit den fingern angeschaut, sehr mühsam und gewöhnungsbedürftig. In
sachen auskunft geben hat sich nichts geändert. Das ist der erste eindruck von
indien. In amristar besuchen wir den goldenen tempel, ein wichtiger pilgerort
der sikhs, täglich werden bis zu 30000 pilger "abgefertigt". Die
indischen religionen gelten als sehr tolerant, trotzdem ist ihnen unsere
pakistanische kleidung (ueli mit talibanhut) ein dorn im auge, mehrmals werden
wir aufgefordert den hut mit kopftuch zu ersetzen. Die luft ist etwas besser,
es sind sehr viele radfahrer unterwegs,
mit den velo-rickschas wird alles mögliche und unmögliche transportiert. Kühe
sind allgegenwärtig aber auch die bettler gehören wieder zum strassenbild. Der
"golden tempel" war für uns schon etwas besonderes, die beleuchtung
und die ambiance hat uns die bevorstehende adventszeit bewusst gemacht.
Wir möchten uns bei all den bekannten und unbekannten mitreisenden
bedanken. Wir freuen uns über all die vielen e-mails, bitten aber um
verständnis, dass diese unbeantwortet bleiben.
Wir wünschen allen eine besinnliche adventszeit, wir vermissen die
vorbereitungszeit auf weihnachten und den "guezliduft und cherzliliecht"
schon ein wenig.
Ganz liebe grüsse
Vreni und ueli
26.10.09 . . . wir sind in Lahore (Pakistan) . . .
Total gefahrene km: 6584 Höhenmeter total: 28800 mit Bahn/Bus: ca. 3000 km
Wir
verlassen yazd, nach ca 30 km wird die landschaft wieder sehr schön,
wüste mit bergen und hügelzügen, sehr warm. Nach ca 70 km stossen wir
auf eine karawanserei, etwas abseits der strasse, alles ruhig, wir
klopfen an die tür, es öffnet sich ein paradiesischer innenhof. Wir
werden freundlich empfangen, es handelt sich um ein "insider-hotel",
der höheren preisklasse. Wir dürfen wc und dusche benutzen und vor dem
eingang campieren. Zum abendessen beteiligen wir uns mit einer
italienischen reisegruppe am buffet in wunderbarem ambiente. Aufgeweckt
durch den schönen sonnenaufgang sind wir schon früh unterwegs, beim
ersten trinkstopp entdecken wir ein rudel wölfe, bloss etwa 100 m
entfernt, es wird uns etwas mulmig im bauch beim gedanken an die letzte
nacht, einfach so im schlafsack. Nach etwa 60 km einsamer, heisser
wüstenstrecke ohne schatten treffen wir auf eine moschee mit market und
beiz, können bei der moschee campieren, die nacht sehr kalt. Weiter
nach rafsanjan, teilweise sehr starker gegenwind, letzte parknacht, da
"cabaret" mit bewaffneten ordnungshütern. Obschon der platz zugewiesen,
von der polizei kontrolliert, sollten wir mitten in der nacht in ein
hotel umziehen, wir setzen uns durch und bleiben, die nacht bleibt
ruhig. Wir suchen den weg aus der stadt richtung kerman, wir
fragen uns durch, da alles persisch angeschrieben ist. Die leute sind
sich nicht einig, zwei sagen links, zwei rechts, wir sind ratlos. Da
taucht die polizei auf und führt uns auf die richtige hauptstrasse, sie
begleitet uns, damit wir den nächsten abzweiger nicht verfehlen, dies
ist aber auch der beginn der "polizei-eskorten". Beim revier-wechsel
sind wir wieder alleine, gut so, denn ein auto stoppt vor uns und
bietet uns einen wisky an. Jawohl, echten selbsgebrannten guten wisky,
den wir nicht ablehnen! Das gute gefühl in der magengegend bleibt nur
kurze zeit, schon bald haben wir wieder die polizei im nacken, diesmal
ein pick-up mit einem "comander". Es folgt ein dorf, mittagszeit, wir
haben hunger, werden zur beiz geführt, einmal mehr nur reis und kebab.
Wir wollen ein omelette, gibt es nicht, erst auf befehl der polizei
geht einer eier kaufen und wir kriegen unser omelette! Neue eskorte,
diesmal zwei junge männer auf einem motorrad, die sind ungeduldig und
stressen uns. Vreni gibt ihr velo einem der polizisten, sagt: du kannst
fahren und steigt auf´s motorrad. Die beiden sind überrascht. Etwas im
zick-zack, aber er gibt alles, er kämpft sich durch bis zur nächsten
reviergrenze. Wieder ohne eskorte können wir die gegend voll geniessen,
es ist pistazienernte und immer wieder werden wir beschenkt, pistazien,
melonen und granatäpfel. In kerman suchen wir das "traveller-hotel"
akaban, müssen aber um einen vernünftigen preis feilschen, bekommen ihn
auch, nachdem der manager seinen namen im reiseführer gelesen hat, er
ist begeistert. Nach etwas erholung fahren wir richtung mahan,
kommen gut voran und nehmen den langen pass in angriff, schaffen es und
suchen nach 90 km und 900 Hm eine übernachtungsmöglichkeit. Bei einem
polizeiposten fragen wir nach und bekommen bei einer armeestation einen
frisch renovierten raum, werden gut bewacht, kochen teigwaren, wir
fühlen uns wohl. Am morgen kriegen wir tee, dann geht´s über
schotterpiste zurüch zur hauptstrasse, oft leicht abwärts, richtung
bam. Bei einer polizeikontrolle bekommen wir wieder eine eskorte
zugeteilt, diesmal absolute idioten, die sich zum spass machen, uns zu
nerven und zu schikanieren. Mit neuem tagesrekord von über 120 km
ereichen wir bam. Bam ist endstation mit velo, ab hier ist aus
sicherheitsgründen eine weiterfahrt verboten. Stolz sind wir aber schon
ein bisschen, die langen, einsamen, bis über 40 grad heissen
wüstenetappen geschafft zu haben. Unser hochzeitstag verbringen wir
mit faulenzen im innenhof des hotels, sind lange die einzigen gäste.
Später kommt jochen aus deutschland mit "lillie", seinem hund,
unterwegs mit dem landcruiser, will ebenfalls durch pakistan. Auch
marco und christian treffen ein, zusammen verbringen wir einen netten
abend. Wir machen stadtbesichtigung, die spuren des erdbebens von 2003
sind noch allgegenwärtig, zwischen den palmengärten schutthauffen,
fertiggaragen als notunterkünfte, stahlgerippe ehemaliger häuser,
ruinen, aber auch viele gehbehinderte menschen, es stimmt uns
nachdenklich. Wir planen die weiterfahrt zu viert, zuerst mit dem bus,
der abgesprochene preis gilt nicht mehr, wir sind nicht bereit mehr zu
bezahlen, kurzerhand wird wieder ausgeladen. Ein problem bekommt die
polizei, denn die will uns loswerden (eskorten ab hotel). Bei einem
nächsten bus klappt es, wir können sogar noch einen lunch einhandeln.
In zahedan wieder eskorte, jetzt sogar für in die stadt, die polizei
kennt wenigstens die orte zum "schwarz-geld-wechseln", da freitags die
banken geschlossen sind. Wir sind froh den iran und seine polizei
verlassen zu können. Pünktlich sind wir auf dem bahnhof, ein
riesengrosses eingezäuntes areal, erstaunlich für nur zwei züge im
monat! In aller ruhe können wir unser gepäck im "nostalgiezug"
verstauen, lösen die tickets bis an die grenze (ca 15 rappen für 95
km!), und warten auf die abfahrt. Stop an der iranischen grenze, um das
pass-office für den ausreisestempel zu erreichen, gibt es einen zaun zu
überklettern, zollkontrolle, der beamte zwängt sich durchs geschlossene
tor, der zug hat zeit und wartet. Ebenso stop an der pakistanischen
grenze, zum pass-office ca 1 km fussmarsch, im office sehr speditiv,
werden eingescannt, auch hier zollkontrolle, aber offensichtlich nur
suche nach "personen", auch hier viel polizei. Tickets für pakistan,
dann geht´s ab in die pakistanische wüste. Gemütlich geht´s vorwärts,
es dämmert, wird nacht, wir versuchen zu schlafen, gelingt mehr oder
weniger gut. Vier uhr morgens stop, es geht nichts mehr, wird hell. Die
lok hat defekt, eine andere sei aus quetta unterwegs. Wir können
kochen, kinder aus dem nahen dorf bringen abwechslung, wollen immer
wieder fotografiert werden, wir haben den plausch. Um halb drei geht es
weiter, wir sehen die wüste in all ihren variationen: steinig, sand,
steppe, bergig, hügel, sanddünen, grasbüschel, palmen, sogar wasser.
Nach dem einnachten wieder stop, eine weiterfahrt durch die berge sei
zu gefährlich, der wahre grund: die zweite lok defekt. Zweite nacht im
zug. Am morgen wollen wir etwas die füsse vertreten, werden aber sofort
von der polizei zurückgehalten bzw. begleitet, vreni kann sogar das
dorfspital besichtigen: drei betten, niemand krank. Am mittag geht´s
weiter, starker wind, den sand bläst es durch alle ritzen, dann
angeblich probleme mit den bremsen. Wir fahren zurück in die nächste
station, die güterwagen werden abgehängt, es folgt der nächste versuch
richtung quetta zu fahren, das wir um etwa 10 uhr abends erreichen. Zum
hotel müssen wir nur 3x abzweigen, so ist der linksverkehr noch kein
grosses problem. Wir haben weder geld noch essen, so ist der erste
gang zur bank, noch geschlossen, werde als "vip" zum hintereingang
geführt und bevorzugt behandelt. Die ersten schritte auf der strasse
sind überwältigend: voller leben, die trucks, busse und motorickschas
bunt bemalt, überall strassenküchen, eine richtige "farbtherapie" im
gegensatz zum iran. Zwei tage versuchen wir uns ans pakistanische leben
zu gewönen, bewegen uns im verkehrstschungel der stadt, entsetzen uns
ab dem abgasgestank, den abfallbergen, und kleiden uns "pakistanisch"
ein um weniger aufzufallen. Da eine weiterfahrt per velo ab quetta
problematisch ist (permit, polizeieskorte), buchen wir die bahn nach
multan. Wieder sitzen wir für einen tag im zug, wieder gibt es
zahlreiche wartezeiten. Wir sehen die armut, die slums der
aussenquartiere, eingeklemmt zwischen bahndamm und mauern, alles im
dreck, dieser anblick beschäftigt uns, so etwas in unserer sogenannt
fortschrittlichen welt. Froh, in multan den zug verlassen zu können,
werden wir schockiert durch den smog, die luft ist fast zum abbeissen.
Die hotelsuche ist nicht einfach, meistens angeblich "full", obwohl
zahlreiche zimmerschlüssel in der reception hängen, schliesslich werden
wir fündig, wie üblich luft nach mottenkugeln, dusche kalt, dafür
wieder einmal ein gutes, "französisches" bett. Bei der internetsuche
landen wir in einem luxushotel mit italienischer küche, nach dem
"security-prozedere" geniessen wir das nach längerer zeit beste essen.
Nach ca 18 km sind wir zur stadt raus, die luft bleibt schlecht, der
verkehr ist langsamer als im iran, viele velos und moto-rickschas. Sehr
viele baumwollpflücker auf den feldern, die ernte auf trucks, die
strasse wird schlechter, heiss bis 40 grad, wir ernähren uns von
bananen und cola. In kahnewal finden wir nach umwegen die
polizeistation, fragen nach unterkunft, nach längerer diskussion kommt
der chef persönlich und weist seine kollegen zurecht, gibt ihnen
anweisung uns wie "bruder und schwester" zu behandeln, eine grosse ehre
für uns. Wir kriegen ein zimmer, maria (eine christin) wird zur
"betreung" von vreni organisiert, da nur polizisten und "verbrecher"
im hause. Zum einkaufen geht´s per pick-up mit vier bewaffneten
polizisten, in den markets eine bevorzugte behandlung, andere kunden
müssen warten. Wir kochen im innenhof, interressiert beobachtet durch
die polizei, aber teigwaren lieben sie nicht. Maria schläft im gleichen
raum bei uns, sie ist sehr unruhig, wir wissen nicht ob sie im schlaf
redet oder betet. Mit polizeieskorte verlassen wir die stadt, vreni
fühlt sich unwohl, die fettige omelette gibt uns noch den rest. Wir
stoppen einen bus und fahren nach lahore. Es ist kein konfortabler
reisebus, sondern der pakistanische alltagsbus. Es muss alles schnell
gehen, ist eine ausnahme dass er für uns anhält, es geht sonst alles
fliegend. Die leute springen in den bus, kinder und auch tiere werden
"hineingeschoben", wenn voll kommen immer noch ein paar passagiere
mehr, werden reingeschupst durch den türsteher auf dem trittbrett.
Unser gepäck kommt zu motor, die velos auf das dach, ca 3 m hoch, der
sitz im bus sehr eng und schmal, kein komfort, man hat das gefühl auf
dem rad zu sitzen, keine federung. Die zeit vergeht schnell, denn die
menschen sind herzlich und strahlen uns an, sprechen uns immer wieder
an, lachen, wechseln sogar die plätze um in unserer nähe zu sein. Es
ist dunkel als wir unser gepäck ausladen, umzingelt von x-menschen die
uns anstarren, versuchen wir alles unter kontrolle zu halten,
rückspiegel wieder einmal defekt. Wir folgen einem rickschafahrer, der
uns ins nächste hotel führt, eine teure bruchbude. Wir wechseln am
nächsten tag, ebenfalls mit hilfe einer rickscha, ins
regal-internet-inn, dem traveller-treff in lahore, von wo aus wir die
indien-visas beschaffen. Per bus nach islamabad, per taxi in den
diplomatensektor, eine "stadt" für sich, mit unzähligen
security-checks, alles streng bewacht. Auch in lahore steht die polizei
und armee in jeder ecke, man könnte meinen es herrsche krieg. Zwei
wochen müssen wir nun in lahore ausharren, bis wir dann nach indien
weiterreisen können. Die zeit vertreiben wir mit bummeln, schreiben und
internet, fast jeden tag gehen wir in den zoo, ein schöner park mit
vielen alten bäumen - und vor allem "guter" luft.
Herzliche grüsse aus dem heissen, stinkigen lahore . .
Vreni und ueli
28.09.09 . . . wir sind in Yazd ( Iran) . . .
Total gefahrene km: 5907 Höhenmeter total: 26700
Wir
verlassen ardabil bei "mässigem" verkehr richtung nord-osten, ziel ist
über das zagros-gebirge runter ans kaspische meer. Den iranischen
verkehr haben wir nun einigermassen im griff: "fahre einfach drauflos,
schaue nicht nach hinten, der andere muss aufpassen, das wichtigste ist
das gaspedal und die hupe"! Um nicht auf der strecke zu bleiben müssen
wir uns anpassen, versuchen uns durchzusetzen, meistens mit erfolg.
Innerhalb
weniger 100 m wird es plötzlich grün, zuerst wiesen, dann gebüsch und
schliesslich wald, es wird tropisch warm. Nach einem kleinen pass geht
es dann runter, ca 1500 hm, wir machen wettrennen mit den lastwagen,
einmal sind wir schneller, wenn es flach wird, kommen wieder die
lastwagen zum zug, wir fühlen uns wie auf einer schweizer pass-strasse.
Bei den trinkpausen wird uns cay serviert, es wird geklatscht, viel
kopfschütteln vor begeisterung, ein foto mit uns und unseren velos, auf
unzähligen handys gibts ein video von uns, nicht immer ungefährlich.
Cay-trinken hat sich übrigens auch verändert: es gibt kein löffeli mehr
zum umrühren, man nimmt den würfelzucker in den mund, danach tee und
lässt den zucker im mund vergehen. In astara werden wir von einem vater
mit seinen kindern auf dem moped zum stadtpark geführt, wo wir
campieren können, wie üblich viel betrieb. Das moped ist übrigens ein
wichtiges verkehrsmittel, oft befördert es ganze familien, manchmal bis
zu fünf personen.
Wir fahren durch den grünen küstenstreifen,
links das meer, da viel privatbesitz leider selten sichtbar, rechts die
berge mit viel wald, schwülheiss, wir können wieder so richtig
schwitzen. Viele kleine dörfer, viele mopedfahrer, die während der
fahrt mit uns plaudern wollen, meistens die gleichen fragen: "where are
you from, what´s your name, where do you go", sehr ermüdend. Wir
campieren meistens in den parks, die polizei ist immer sehr um uns
besorgt, wecken uns mal mitten in der nacht, da sie noch etwas gepäck
an unseren velos entdecken. Im internet trifft ueli zwei junge frauen,
neda und elmira, sie wollen unbedingt mit Vreni sprechen, da elmira
kurz vor der hochzeit steht, muss sie ca 10m hinterher laufen, die nähe
zu männern ist vor der hochzeit verboten. Wir sprechen über die rechte
und pflichten der frauen im iran im gegensatz zu uns, so ist z.b.
öffentliches tanzen verboten (keine discos), sänger gibt es nur
männliche, weibliche stimmen "importiert" auf den handys und i-pods.
Die zwei frauen durften ihre partner selbst auswählen, was nicht üblich
ist, meistens haben die familien das sagen, (so wurden wir auch schon
gefragt ob wir keine töchter hätten). Übrigens: für beide geschlechter
gilt absolutes alkoholverbot (das aromatisierte, alkoholfreie bier ist
gar nicht so schlecht, gute alternative zu coca-cola). Zwischendurch
wird der abgasgestank unterbrochen durch den duft von frischgesägtem
holz, es hat viele schreiner und tischlereien, dann gibts werkstätten,
viele autos werden zusammengebaut, aus abbruchautos wird ein neues
gemacht.
Wir fahren seit mehreren tagen der küste entlang, die
strassenränder, wälder und dörfer sind mit abfall übersäät, das
"küdersammeln" kennen sie nicht. Der abfall wird im restaurant direkt
zur türe hinaus geworfen, einmal flog das schmutzige waschwasser nur
knapp an uns vorbei. Die iraner stört das offensichtlich nicht, können
sie doch am strassenrand problemlos in all diesem schmutz ihre picnic´s
geniessen!
In bandar-abas machen wir einen ruhetag im hotel,
der manager spricht deutsch, wir nutzen die gelegenheit um kleider in
die wäscherei zu geben, unterwäsche und socken werden zurückgewiesen.
Das resultat: kein kleidungstück ist sauber, eine hose zuviel, der
preis überrissen (ca 15 SFr). Mit erfolg feilschen wir runter, wir
verstehen jetzt den oftmals fragwürdigen zustand der hotelwäsche.
Eines
bleibt hier an der küste gleich, das ist die gastfreundschaft, immer
wieder werden wir mit essen versorgt oder zum übernachten eingeladen.
Diese einladungen sind anstrengend, denn wir werden jeweils der ganzen
nachbar- und verwandschaft vorgeführt, immer wieder mit essen.
Ein
bauer schenkt uns nüsse, einladung in sein haus, begreift nicht dass
70km für uns zu weit sind, fährt ca 10km hinter uns her. Bei einem
kreisel wechseln wir die strasse, er stoppt, steigt aus, chaos im
kreisel, unsere nerven strapaziert, wir finden einen iraner der
englisch spricht, der ihm unser anliegen endlich klar machen kann.
Entäuscht fährt er weiter, gibt uns aber noch seine handy-nummer, falls
wir trotzdem in sein dorf fahren würden.
In chalus finden wir
den park nicht, spontan entschliessen wir uns per autostop über die
berge zu kommen (2600hm, gefährlich, für velos verboten). Die
menschenansammlung wird gross als vreni den daumen ausstreckt und
bekommt untericht, wie das in persien korrekt gemacht wird: mit
zeigefinger eine schnelle bewegung, denn den daumen in die luft heisst
etwas ganz wüstes (arschl....). Als sie merken dass es hoffnungslos
ist, übernimmt ein strassenarbeiter das kommando und in kürzester zeit
sitzen wir in einem autobus. Die fahrt durch die berge ist wunderschön,
viele enge schluchten, steil und schmal, mit den velos wäre es zu
gefährlich gewesen. Wir bekommen fast einen schock als wir die
riesenstadt tehran sehen und das verkehrschaos wahrnehmen, wir fragen
uns: wo schlafen wir, es ist schon dunkel, und wie kommen wir da wieder
raus! Wir verbringen eine relativ ruhige nacht auf der grünfläche vor
der metrostation, am morgen sind wir erstaunt, wieviele leute mit uns
das nachtlager geteilt haben (vom clochard bis zum geschäftsmann mit
aktenkoffer!).
Es folgt der bisher stressigste tag unserer
ganzen reise. Mit durchfragen, die wegweiser sind meist in persisch,
versuchen wir die ausfahrt richtung esfahan zu finden.
Missverständnisse führen uns zu umwegen, chaotischen fahrmanövern,
spurwechsel auf 5-6-spurigen schnellstrassen im dichtesten verkehr,
manchmal etwas geschützt durch mopeds und autos mit warnblinker, geht
es durch den tehraner smog, hals und nase trocken, die augen brennen.
Die autobahn finden wir nicht, so geht es auf hauptstrassen ca 35km
durch die tehraner vororte, die luft bleibt den ganzen tag schlecht. Im
nachhinein: istanbul war verkehrstechnisch ein kinderspiel! Müde und
schmutzig erreichen wir den park in robat-e-karim. Beim waschen wird
vreni von einem iraner belästigt, wir rufen die polizei und werden die
ganze nacht bewacht, am morgen fahren wir mit polizei-eskorte auf die
autobahn. Der verkehr ist ruhig, auf dem pannenstreifen fahren wir
meist leicht aufwärts, eintönig, zur mittagszeit 42 grad, kein
schatten, einzige abwechslung: ein bananenverkäufer, ein lkw quer auf
strasse mit verlorenen räder und ein geisterfahrer, der gemütlich auf
dem pannenstreifen in die falsche richtung fährt. In saveh machen wir
ruhetag.
Ein mopedfahrer will mit mir sprechen, wegen starkem
verkehr reagiere ich nicht und kriege promt eine ohrfeige, ein zweiter
angriff wird durch einen busfahrer erfolgreich abgewehrt, der busfahrer
steigt sogar aus und entschuldigt sich. Vreni hat eine
nackenverspannung und muskelschmerzen im rücken, wir finden
diclofenac-salbe (voltaren) und bezahlen für eine tube umgerechnet ca
50 rappen! Wegen der "eintönigkeit" der letzten etappe fahren wir
auf der landstrasse weiter. In safahegan finden wir keine unterkunft,
die polizei will uns nicht, so schlafen wir vor einer bankfiliale,
zusätzlich zur nahen polizei werden wir noch durch video überwacht. Die
strasse führt durch schöne landschaft, wüste, in der ferne berge mit
hügelzügen eingeramt, verschleiert, in verschiedenen "erdigen" farben
von gelb, braun bis rost. Eine familie auf der durchreise versorgt uns
mit tee und granatäpfel, die frauen können das reisen per velo nicht
verstehen, umringen vreni und tasten den körper nach muskeln ab, vreni
kommt sich vor wie ein fremdes wesen. Mit rückenwind fahren wir nach
delijan, campieren im park. Starker wind weckt uns mitten in der nacht,
wir versuchen unser zelt in einem pavillon zu fixieren, es reicht
nicht, die stangen werden gegen den boden gedrückt, fast eine stunde
müssen wir im zelt von innen gegen den sturm ankämpfen. Am morgen
erkundigt sich ein mann, mit dessen familie wir am vorabend lange
gesprochen haben, ob wir den "orkan" gut überstanden haben und bietet
uns hilfe an. Starker regen setzt ein, wir bleiben einen tag im park
und holen den vom sturm gestohlenen schlaf nach. Am abend wollen wir in
der parkbeiz essen, setzen uns an den tisch, es zieht, wir wechseln den
tisch, zum glück! Wir danken allen guten geister und schutzengel, denn
ein paar minuten später donnern ein paar mauersteine durch einen
lüftungsschacht auf stuhl und boden, genau dort, wo ueli vorher
gesessen hat. Unser nächstes ziel ist esfahan. Ein mopedfahrer, der gut
englisch spricht, führt uns durch den abendverkehr zum
amir-kabir-hotel, einem traveller-treffpunkt. Wir sehen david und ariel
wieder, die wir bereits in der türkei getroffen haben. Wir beschliessen
ein paar tage zu bleiben. Ein neues gesicht taucht auf, marco aus
lausanne, der seit neun monaten mit dem liegerad unterwegs ist www.acrosscontinents.ch.
Esfahan gefällt uns sehr gut, man findet immer wieder grosse schöne
parks, die hauptgeschäftsstrasse ist eine schattige allee. Wir besuchen
die sehenswürdigkeiten, imposant sind vor allem die brücken und die
handwerker im bazar.
Gut erholt verlassen wir esfahan richtung
yazd, zusammen mit marco, dem "profi-fotografen", der von unserer
abfahrt noch ein paar fotos schiessen will. Wie immer am freitag ist
der verkehr für iranische verhältnisse eher schwach, bald sind wir aus
der stadt raus und in der wüste. Viel armee-präsenz, mit vielen
geschützen etwas abseits der strasse, auf den naheliegenden bergen
überwachungsanlagen, wir fühlen uns ständig beobachtet, obschon uns die
wachposten meist zuwinken, oftmals auch ein aufmunterndes zurufen. Die
zweite nacht, nach einem schönen pass und ca 25km abfahrt, campieren
wir bei einer alten moschee, sehr ruhig, der platz wird uns von einem
einheimischen zugewiesen. Weiter durch die wüste, meist auf
wellenförmiger, schnurgerader strasse, rechts ein hügelzug, links
offene weite landschaft, finden wir nach ca 50 km einen polizeiposten,
dürfen im schatten der station pause machen, den das thermometer ist
über 40 grad gestiegen. Die polizei ist sehr freundlich, legen für uns
einen teppich aus, bringen uns herrlich kaltes wasser und anschliessend
tee. Vier tage nach dem start in esfahan erreichen wir yazd, gehen
ins silk-road-hotel (traveller-treffpunkt), treffen wieder "alte
bekannte" in aufbruchstimmung. Für 5$ die nacht beziehen wir das
"massenlager", wir wollen ein paar tage bleiben. Wie alle andern gäste
geniessen wir dieses hotel, das schöne ambiente im innenhof, das
freundliche, hilfsbereite personal sowie die ausgezeichnete küche, mal
nicht "reis und kebab", sondern spaghetti, indische currys, suppen und
gemüse-eintopf. Yazd ist eine wüstenstadt mit lehmhäuser, engem
gassengewirr, man muss aufpassen dass man sich nicht verläuft.
Orientieren kann man sich an den türkisfarbenen kuppeln und minaretten
der moscheen. Vreni hat geburtstag und freut sich auf die vereinbarte
massage, leider ein flop, eine iranische massage besteht offensichtlich
aus schruppen mit einem sisal-handschuh und ein paar turnübungen. Einer
familie aus lyss können wir eine dvd mit unseren bisherigen fotos
mitgeben, man weiss ja nie, was mit unseren daten passieren kann,
nochmals vielen dank. Wir geniessen wieder einmal eine "autofahrt", wir
besichtigen sehenswürdigkeiten in der umgebung von yazd. Auch
marco trifft im silk-road ein, wir planen eventuell gemeinsam mit bus
und/oder bahn die "unsicheren" gebiete von beluchistan und pakistan zu
durchqueren.
In den nächsten tagen werden wir die angenehme
atmosphäre im silk-road und yazd verlassen, die letzten "iranischen km
per rad" in angriff nehmen, um am 15. Oktober in bam zur gemeinsamen
weiterreise einzutreffen.
der letzte gruss aus dem iran
Vreni und ueli
02.09.09 . . . wir sind in Ardabil ( Iran) . . .
Total gefahrene km: 4748 Höhenmeter total: 22360
Seit zwei wochen sind wir im iran, die eindrücke sind überwältigend. Es vergeht kein tag ohne herzliche begegnungen mit iranern, einfach super!
Wir verlassen die türkei nach zwei wochen ferien in dogubayazit auf eintöniger strasse richtung grenze, der ararat zur linken einmal wolkenlos. Lange lkw-kollonne vor der türkischen grenze, ein gerangel um die ausreisestempel, viele grenzgänger. Dann das grosse türkische tor, ein spalt geöffnet, die leute drängen sich in den 1m breiten "zwischenraum" zum iranischen tor, noch geschlossen, dahinter schaut uns ab einem riesigen plakat komeini & co. kritisch an. Warten, dann öffnet sich auch das iranische tor, die massen strömen der passkontrolle zu, nach ca. 1 std im chaotischen gedränge mit schreien, stossen und rempeln, haben auch wir unsere stempel, wir sind im iran, ohne jegliche kontrolle unseres gepäcks. Wir werden angesprochen, auch häufig von frauen, die hier, im gegensatz zur osttürkei, wieder auf der strasse sind, sie strahlen, lachen, sind irgendwie fröhlich, tragen den chador eher locker. Wir wechseln etwas geld, und fahren nach maku, infolge der zeitverschiebung um 1 1/2 std nach vorn ein kurzer tag. Auffallend im iran: die männer sitzen nicht mehr einfach herum, sondern es wird gearbeitet, eine werkstatt nach der andern, meist nicht grösser als eine garage. Wir fahren richtung poldasht, unterwegs werden wir von der fahrenden polizei über lautsprecher willkommen geheissen. Wir finden ein zimmer, dann das letzte essen vor dem ramadan, das leben ist billiger geworden, die sanitären einrichtungen aber leider nicht besser, häuffig braucht die benützung etwas überwindung.
Dem grenzfluss zu azarbaijan, dem aras entlang, fahren wir durch wunderschöne landschaft, teils wüsten-, dann wieder steppenartig, bei wenig verkehr richtung berge. Melonenverkäufer, auf den mopeds fahren sie uns nach, beschenken uns und fordern uns trotz ramadan zum essen auf. Auch beim wasserkauf in einem kleinen dorf wieder melonen, müssen ablehnen, da alles schon vollgstopft. Etwas weiter ein picnicplatz, finden ihn ideal zum campen. Wir werden von einem iranischen anwalt mit seiner familie zu cay eingeladen, sie raten uns ab hier zu campen, es sei zu gefährlich, und auch vor der polizei sei man nicht sicher. Weitere familien kommen dazu, grosse diskussion um unsere sicherheit, schliesslich befolgen wir ihren rat. Wir fahren weiter dem grenzfluss entlang in einen superschönen canyon. Vorerst mehr oder weniger abwärts, kommen aber nach einigen km die ersten steigungen. Wir nehmen sie anfangs gelassen, aber sie werden immer häufiger und vor allem immer länger und steiler, bis über 15%. Es dämmert, bei einer polizeistation werden wir abgewiesen, wir versuchen es mit autostop. Im iran gibts viele "blaue wägeli", das sind etwas grössere pic-up´s, auf die haben wir´s abgesehen. Prompt hält einer an und wir können verladen, es ist schon dunkel als wir bei einem hotel in jolfa abgesetzt werden. Anhand der ungenauen karten haben wir uns total verschätzt. Wir machen einen ruhetag, um unsere velos instand zu stellen, denn bei beiden velos ist wieder mal der spiegel abgebrochen. Spiegel für velos gibt es nicht, aber die kreativen männer montieren uns mofaspiegel, die sicht nach hinten ist besser als je zuvor. Spiegel und arbeit wieder mal gratis, als entschädigung will der mechaniker mit uns auf ein foto! Ein junger iraner, sasan, spricht uns auf englisch an, will uns die stadt zeigen, wir verabreden uns. Pünktlich holt er uns ab, hilft uns bei den nötigen besorgungen wie internet und einkauf. Nach dem essen mit sasan treffen wir eine familie aus ardabil. Sasan und der junge der familie, arash, wollen uns noch unbedingt einen wasserfall zeigen. Wir gehen mit und "rasen" mit den beiden jungen männern ca 30km durch die weitergezogene schlucht, mit iranischer musik und abenddämmerung, es war einfach schön.
Über einen hügelzug fahren wir nach marand, werden einmal mehr mit äpfeln beschenkt, am abend wird es spät, da wir das hotel wechseln, der manager hat beim vereinbarten preis einfach eine null angehängt. Die strasse nach tabriz hat starken verkehr, ca 15 km vor der stadt autostop, damit wir nicht durch das dichte gedränge den weg zum zentrum suchen müssen, es klappt, ein "blaues wägeli" führt uns direkt zum tourist-office im zentrum von tabriz. Wir besuchen die stadt, insbesondere den bazar, mit 3km der grösste auf der welt. Auffallend: im gegensatz zu istanbul keine aufdringlichen verkäufer. Wir treffen auf esther und guido, zwei schweizer, mit den töffs auf der rückreise von indien, kriegen gute infos über unsere weiterreise, vor allem pakistan. Für zwei nächte zügeln wir in das elgoli-camp, ein riesiger park zum relaxen, abends nach ende des ramadan sehr viel betrieb. Der weg zur stadt raus ist einfach, wir fahren auf dem highway, dann wieder über hügel, schlussendlich auf der autobahn nach bonstanabad. Übernachtung im stadtpark, sind gast bei zwei jungen iranern, die uns bekochen, inklusive wasserpfeife zum abschluss. Wir beschliessen nach ardabil zu fahren und die familie, die uns in jolfa eingeladen hat, zu besuchen. In sarab zelten wir im stadtpark, treffen einen jungen iraner mit fahrrad, kochen zusammen und haben einen gemütlichen abend. Als 3er konvoi verlassen wir die stadt, machen unterwegs noch frühstück, dann bei den ersten hügeln zieht er los, wir kämpfen uns wieder alleine durch den äusserst starken gegenwind. Am strassenrand wartet ein auto, eine familie steigt aus, auf einem tablett zwei gläser wasser und früchte, einmalmehr werden wir auf offener strasse verpflegt. Viele km weiter, ein auto wendet auf der gegenseite, fährt zu uns, die gleiche familie lädt uns zum picnic ein, ein zelt wird aufgestellt, gekocht und grilliert, eine ganz herzliche begegnung.
In ardabil wird es etwas mühsam bei der hotelsuche, die "helfer" wollen es zu gut machen, für uns ewas aufdringlich. Die "gastfamilie" finden wir, sie organisieren ein anderes hotel, immer wieder essen, führen uns nach sareeyn ins thermalbad, zeigen uns den bazar, den stadtpark mit see, wieder essen, kurz: sie verwöhnen und beschenken uns ganze vier tage lang. Als "gegenleistung" dürfen wir einmal für sie kochen. Spannend für uns waren die autofahrten, was da auf den strassen abgeht, kann man sich nicht vorstellen. Es waren tolle tage bei arash und seiner familie, nochmals vielen dank, wir sind aber froh dass wir weiterziehen können. Weiter gehts nach astara, runter ans kaspische meer.
Übrigens: der ramadan ist gar nicht so schlimm, einkaufen kann man überall, einzig die restaurants sind oft über tags geschlossen.
Herzliche grüsse Vreni und Ueli
Dogubayazit, 4.- 19. August (Ferien)
Wir richten auf dem murat-camping, unterhalb des ishak-paca-sarayi, unser lager ein. Es handelt sich um einen picnic-platz mit restaurant, mit eigener quelle. Uns wird erst jetzt so richtig bewust, wieviele leute über kein fliessendes wasser verfügen, denn es herrscht immer hochbetrieb an dieser wasserstelle (sogar armee und polizei). Relativ viel verkehr, daher zum einkauf in die stadt per autostop kein problem. Wir besuchen eine tepichknüpferei, wo junge mädchen ausgebildet werden www.kurdıshcrafts.com . Ein deutschsprechender türke aus istanbul hat hier ein mandat als lehrer, er bildet die mädchen in farbenlehre aus, er nimmt sich viel zeit für uns. Der aufenthalt in der stadt ist mühsam, ca. 75% arbeitslose, dauernd werden wir durch die kinder (knaben) angesprochen, sie wollen was verkaufen, oder laufen uns einfach nach mit dem bekannten "hello, money-money", sind hartnäckig und ausdauernd, es wird langsam nervig. Der besuch beim coiffeur viel gut aus, preis wie vor x-jahren bei uns, umgerechnet ca. 3 SFr. Auch brauchen wir wieder mal die wanderschuhe, wir durchstreifen die gegend. Wir treffen leute aus der gazen welt, die den "murat-camping" als basis für eine ararat-besteigung benutzen. Spontan entscheiden wir uns, an einer solchen expedition teilzunehmen. Es wird versprochen, das fehlende material (stöcke, handschuhe, mützen und steigeisen, alles beste qualität), werde uns zur verfügung gestellt, ebenso sei für die verpflegung gesorgt. Wir freuen uns auf das abenteuer und es wurde ein abenteuer. Mit 7 armeniern, 3 slowaken und kurdischen guides geht´s los, mit der ersten entäuschung: die stöcke, vier einzelne, alles andere als "gute qualität", nacktes rohr ohne spitzen, schlaufen defekt, längen verschieden. Werden im basecamp getauscht, ebenso würden wir dort mützen und handschuhe kriegen, wird gesagt. Bei schönem wetter fahren wir per minibus über eine piste auf ca. 2000m zum ausgangspunkt. Das gepäck wird auf mulis verladen und los geht´s. Durch steppenartiges gelände, vorbei an kurdischen nomaden, ereichen wir nach ca. 5 Std. das basislager. Auf die frage nach dem lunch gibt es tee und bisquits. Zeltaufstellen, ausicht geniessen und ausruhen war angesagt, der lagerplatz sehr schön, auf grasflächen mitten in lavabrocken, auf 3200m. Materialtausch: keine andern stöcke, nach langem hin un her tauschen wir mit den guides, die handschuhe und mützen gäbe es in lager 2. Abendessen: da eine andere gruppe zurückkommt, ist die organisation überfordert, wir essen stehend, das essen ist kalt. Früh ins zelt, der nächste tag wird anstrengend. Regen in der nacht, damit die zelte trocknen können, wird der abmarsch etwas verschoben. Die mulis werden wieder beladen, durch lavafelder geht´s relativ steil aufwärts richtung lager 2. Schönes wolkenspiel, man hat das gefühl, der berg habe sein eigenes wetter. In der ferne schön, man sieht es zwischen den wolken, um den berg türmen sich die wolken von weiss bis schwarz, hüllen sich um den berg, wir mitten drin, ein naturschauspiel. Um die mittagszeit beginnt es zu rieseln, es wird bedeutend kälter, der lunch (orange, kiwi, trockenes küchlein, fruchtsaft) ist in der kälte unbrauchbar, nirgends ein guide mit heissem tee, unsere velohandschuhe sind am limit. Wir versuchen uns warm zu halten, indem wir langsam höher steigen. Ab und zu hören wir stimmen, die sicht wird schlecht, es schneit, der weg wird immer steiler. Der berg spricht "ich will heute niemand", aber wir müssen weiter, zelt und schlafsack sind irgendwo unterwegs. Wir stossen auf andere gruppen die umkehren, es hat unterdessen recht viel schnee, die spuren werden verweht, die mulis können nicht mehr weiter, der wind bläst eisig. Wir ereichen das lager 2 auf 4200m. Kurz eine suppe im kleinen küchenzelt, dann mit schlafsack in ein kleines igluzelt, in einer kurzen sturmpause zeltaufbau, dann ins zelt und schlottern. Zwischendurch schichtweise essen, dann einfach warten auf den morgen, keine wetterbesserung, das gas ist eingefroren also kein frühstück, dann abbruch und abstieg ins basislager. Auch dort keine wetterbesserung, ein paar bisquits, abstieg und rückfahrt nach dogubayazit. Übrigens: handschuhe und mützen haben wir nie gesehen. Einmal mehr zeigt sich, dass man sich hier nicht auf aussagen verlassen kann. Trotzdem, obwohl wir den gipfel von fast 5200m nicht erreichen konnten, bleibt es ein einmaliges erlebnis, auch der kontakt innerhalb unseres "internationalen" teams.
Wir treffen luz aus deutschland, mit seinem land-rover unterwegs, sitzen viel zusammen bei cay, und können viel von seiner erfahrung als weltenbummler profitieren. Wir gehen wieder wandern, sitzen viel im internet und beschaffen uns dollars, da im iran kein geldbezug möglich ist. Auch vrenis garderobe muss für den iran aktualisiert werden.
Wir freuen uns nun auf die weiterreise, es ist zeit die türkei zu verlassen. So herzlich die leute auch sind, die aufdringlichkeit und unzuverlässigkeit braucht nerven, ebenso die ewige bettelei auf der strasse.
Wir sind gespannt auf den iran.
Liebe grüsse vreni und ueli
02.08.09 . . . wir sind in Dogubayazit (Türkei, Grenzstadt zu Iran) . . .
Total gefahrene km: 4159 Höhenmeter total: 18907 per Bus: ca. 1000km
Vorab ein herzliches dankeschön an euch alle, für eure homepage-besuche und e-mails. Es ist immer wieder ein aufsteller, in einem internetcafe etwas aus der heimat zu erfahren, eure aufmunterungen und guten wünsche tun uns gut.
Istanbul, hektisches treiben im busbahnhof, mit unseren velos werden wir einmal mehr begafft, sind die sensation. Die nächtliche busfahrt ist problemlos, irgendwie imposant die wc-pausen in den busbahnhöfen. Nach ca 11 stunden fahrt laden wir in nevsehir unser bagage aus und fahren die paar km nach göreme. Plötzlich ändert sich die landschaft, wir sind in kappadokia, kaum zu beschreiben, was die welt doch so alles zu bieten hat. Der anblick von kappadokien übertrifft die kühnste vorstellung, man glaubt zu träumen. Vor x-mio jahren aus erloschenem vulkan entstanden durch erosion skurile tuftsteinformationen, und steinskulpturen. Die menschen bauten darin häuser und kirchen, noch heute werden sie teilweise zum wohnen benutzt (es gibt auch hotels). Auch unser camping war umramt von "steinpilzen". Wieder mal eine flasche wein (ueli´s geburtstag). Zu fuss auf entdeckungsreise. Man vergisst in dieser natur die müdigkeit und die hitze, erst beim 4. anlauf finden wir den richtigen weg zurück.
Wir ziehen weiter mit den velos durch ödes gebirge, landschaftlich wunderschön, die hügel mit verschiedenen aufschichtungen, daneben steppenartig dürres gras. Seit ein paar tagen ist es sehr heiss, schattenplätze nur bei den tankstellen. Die strasse ist rau (kantiger, grober kies, der mit teer aufgeklebt sind). Findet man "glatte stellen", hinterlassen unsere pneus in der hitze das profil im aufgeweichten asphalt, das fahren wird klebrig. Vor kayseri werden wir durch die polizei aufgehalten, kein problem, sie wollen uns nur ihren "hausberg", den 3917m hohen erciyes-dagi mit schneeresten zeigen. Infolge der hitze wollen wir nun jeweils am frühen morgen weiterziehen und über die mittagszeit ausgiebig siesta halten. Es gelingt uns recht gut, das wasser ist um 11 uhr bereits warm, und beim anblick des melonenverkäufers am strassenrand zieht es die velos automatisch nach rechts. Der melonenverkäufer schneidet zwei grosse schnitze und streckt sie uns entgegen,noch bevor wir parkiert haben. Wir dürfen in seinem unterstand bei melone und cay siesta halten. Weitere männer gesellen sich dazu, spiegeleier, brot, käse und trauben werden gegessen und uns natürlich angeboten. Wir plaudern, die zeit vergeht, und wir müssen uns schon wieder um ein nachtlager kümmern. Nach einiger zeit landen wir in einer strassenbeiz mit picnicplatz, essen einen guten fisch, und dürfen unter einer pergola übernachten. Gemütlicher abend mit der besitzerfamilie (er etwas deutsch, die tochter etwas englisch), spontan werden wir für den nächsten tag in ihr privathaus zum frühstück eingeladen. Nach dem tausch von fotos (die gastfamilie bemerkte als erstes: "so dick jetzt so dünn), arbeiteten wir uns immer weiter über hügel von plateau zu plateau. Als wir wieder einmal einen hügel geschafft haben sehen wir eine riesige staubwolke, die sich den nächsten hügel herunterzieht, wir kommen näher und stehen vor einer schotterpiste. Auch wir müssen sie schaffen, etwa 5 km aufwärts, da schätzt man auch lauwarmes wasser. Wir vergessen unser tagesziel, machen zwei stunden siesta und treffen bei der nächsten baustelle auf ein strassenhotel. Überwältigend ist die herzlichkeit der bevölkerung, wir treffen immer wieder menschen, die uns cay oder wasser anbieten und das ohne bezahlung, für sie ist es selbstverständlich, die bewunderung ist sehr gross. Bei einer rast fragen wir nach übernachtungsmöglichkeit, nach 17 km sei eine tankstelle mit hotel, nach 17 km einfach nichts, nach 25 km endlich die tankstelle aber sonst nichts, es dämmert bereits. Zum nächsten hotel weitere 25 km, für uns zu weit und kein licht an den velos. Das personal hat verständnis und ein angestellter bietet uns sein zimmer mit sofa zum übernachten an, erleichtert nehmen wir das angebot an. In der nacht massiver temperatursturz, von 35 auf 16 grad (die hügel fahren sich einfacher!), in sivas machen wir ruhetag(e). David aus basel, www.velotrip.ch , auch nach osten unterwegs, entdeckt unsere velos in der hotelhalle, prombt klingelt bei uns im zimmer das telefon, wir drinken cay zusammen, sprechen wiedermal mit jemandem "schwyzerdütsch", er fährt am abend per bus weiter. Beim bummeln entdecken wir eine velowerkstatt, nutzen die gelegenheit und (lassen) die bereits etwas strapazierten ketten wechseln. Als wir bezahlen wollen: er ist so begeistert von unserer reise das er abwinkt, hält den daumen in die höhe, super, er hätte gerne ausländische velofahrer, also ketten gratis und arbeit gratis, und natürlich wurde uns cay serviert! Nach 10 km sind wir aus der stadt raus, haben gute 3-spurige strasse, also eine spur für uns, landschaft natürlich hügelig, in den schönsten farben von gelb über ocker bis dunkelbraun. Polizeikontrolle, nicht für uns sondern gewichtskontrolle der lastwagen, aber auch wir dürfen unsere velos wägen, computerprogramm für motorräder. Polizei staunt: vreni 50 kg, ueli 80 kg (wie gerundet wurde wissen wir nicht!). Nach dem polizeilich servierten cay durften wir (trotz übergewicht?) weiterfahren. Apropos gewicht: viel grösser als das gewicht ist der einfluss des windes und der strassenqualität!
Bei einem fischrestaurant an einem see wird uns camping angeboten, infolge des einsetzenden regens dürfen wir aber die veranda benutzen, das personal verschwindet, wir sind wie "hinter gitter", es wird uns noch gezeigt, wo wir am morgen die schlüssel verstecken sollen. Kaum wieder auf der strasse, ein auto hält an, der fahrer steigt aus, öffnet den kofferraum und überreicht uns je eine flasche pauerdrink, hält den daumen in die höhe und fährt weiter. Über den "kuslamer-pass" (1690müm), erreichen wir bei regen imranli, übernachten in einem schäbigen hotel, sind aber froh im trockenen zu sein. Wegen schlechtem wetter und zwei bevorstehenden pässen steigen wir in den bus nach erzincan, wir sehen wieder mal grüne wälder, geniessen die pässe vom bus aus. Nach zwei tagen pause fahren wir, wieder einmal flach, ca. 50 km einer schlucht entgegen, die leute ernten überall aprikosen, dann die schlucht, eher ein enges tal, nur strasse und fluss, einsam, zum übernachten einmal mehr nach ca 70 km eine tankstelle. Im verlassenen lokanta können wir schlafen und kochen wieder einmal selber. Durch das wieder offene tal geht es weiter, dem nächsten berg entgegen, je mehr gefahrene strecke umso steiler die strasse, bis zum schieben. Ein lastwagenfahrer, dessen camion wegen panne blockiert ist, hilft vreni beim schieben, 50 m weiter gibt´s cay. Ein servicewagen, (noch weitere camions mit defekt), laden vreni mit velo auf und fahren es die restlichen 5 km auf die passhöhe. Dann rassige abfahrt auf guter strasse nach askale, wir überholen sogar lastwagen. Zum ersten mal tragen wir die velos in den ersten stock unserer "absteige". Durch starken gegenwind kämpfen wir uns nach erzurum. Erzurum, eine stadt wie die türkischen städte eben so sind: schmutzig, lärmig, viel verkehr, bettler, überall armee und polizei. Wegen einem anlass werden wir sogar auf der strasse "gefilzt", eine militärmusik spielt die nationalhymne, wir müssen, wie alle andern, still stehenbleiben. Wir sind viel im internetcafe, checken möglichkeiten, wie wir pakistan eventuell umgehen können, da die politische lage zur zeit etwas problematisch ist.
Da immer wieder regen und gewitter, verschieben wir uns per bus südwärts an den van-see.
Nach ca. 20km finden wir bei einem restaurant mit picnic einen idealen zeltplatz direkt am see. Es ist samstag und wie immer viel betrieb, viel rauch der kleinen grills, es riecht gut, wir werden mit grilladen, salat, süssigkeiten und cay beschenkt. Übrigens: wir dürfen nicht mehr zusammen schwimmen, die "frauenbadi" ist mit blachen abgetrennt. Am abend zieht ein sturm auf, wir verspannen unser zelt, es hält stand, aber die abdeckung der "frauenbadi" wird weggefegt. Ein wirklich heftiger sturm, pergoladächer werden umgelegt, am nächsten morgen viel arbeit, wir helfen mit, dafür gibts immer wieder cay. Wir geniessen unsere paar tage ferien mit faulenzen und relaxen, einzig vrenis darm spielt nicht mit, war es der viele cay? Bei der weiterfahrt kommen wir gut voran, lassen die stadt van hinter uns, bis uns vrenis darm zur übernachtung zwingt. Das personal einer tankstelle hat erbarmen, schlafen können wir am boden in einer grümpelkammer, sehr warm, da über einer backstube. Etwas geschwächt gehts weiter, gemäss karte sollte eine grössere ortschaft kommen, die karte leider falsch, eine kleinere ist die grössere, aber leider noch 20km entfernt. Wegen den vielen "hello, hello, money, money" wollen wir nicht wild zelten und fahren weiter nach caldiran, es gibt zwei hotels, das erste miserabel, das zweite katastrophal, wir entschliessen uns fürs miserable und handeln noch saubere bettwäsche ein. Vreni bekommt noch anweisung wie man auch ohne douche und lavabo die haare waschen kann - aber die leute sind herzlich und nehmen uns wie wir sind.
Wir sind früh unterwegs, denn der tendürek-pass mit 2644m wartet auf uns, auf halbem weg ein posten der armee, alle fahrzeuge werden kontrolliert, wir bekommen cay. (zur info: wir sind seit van in kurdischem gebiet). Wir fahren durchriesige lavafelder, dazwischen kleine kornfelder, bei uns auf dieser höhe nicht vorstellbar. Später treffen wir zwei polen, die mit velos armenien, iran und dir türkei bereisen. Dann erreichen wir stolz die passhöhe, der höchste punkt unserer bisherigen reise. Landschaftlich schöne abfahrt, strasse leider etwas rau, vorbei an vielen schaf- und ziegeherden, die kinder total verwildert und immer wieder "hello, hello, money, money", etwas nervig, der anblick der einzelnen kurdensiedlungen gibt uns zu denken. In dogubayazit nehmen wir uns ein "richtiges" hotelzimmer (mit douche). Heute haben wir zeit und suchen den camping, der in einem reisebericht als gut beschrieben wird, wir erreichen ihn nach 8km und 300 hm, alles pflastersteine, zum teil schieben.
Hier bleiben wir nun bis zum 20. August, dem einreisedatum in den iran, werden vor allem etwas wandern, also uns mal wieder anders bewegen.
Bis zum naechsten mal, herzliche grüsse
vreni + ueli
30.06.09 . . . wir sind in Istanbul (Türkei) . . .
Total gefahrene km: 3135 Höhenmeter total: 12874 Stunden im Sattel: 213
Endlich türkei. Nach der grenze nach dem beschaffen des einreisestempels aber ohne irgendwelche kontrolle, geht es auf neuer strasse erstmals bergab, aber leider nur für kurze zeit. Die strasse bleibt sehrgut, und das auf und ab sind wir uns ja gewöhnt, die strassenbauer haben nicht an die velofahrer gedacht, von weitem hat man manchmal das gefühl, die strasse führe in den himmel. Wir geniessen den ersten beizenstopp in der "männerwelt", zur toilette gings zur moschee. In kirklareli den ersten türkischen ruhetag, mit besuch eines riesigen gemüsemarktes. Etwa 3/4 der frauen tragen kopftuch. Wir weden von einer deutschsprechenden frau, die auf die arztvisite wartet, angesprochen, ein mann gesellt sich dazu und erklärt uns den besten weg ans meer (was sich als richtig herausstellte!). Die strasse ist sehr gut, meist haben wir eine fahrspur für uns, dazu angenehmer rückenwind. Landschaft sehr schön, die ersten blühenden sonnenblumenfelder. Nach der mittagspause ziehen gewitterwolken auf, eindrückliche stimmung und angenehme temperatur, aber schon bald sind wir klatschnass. Bei einer tankstelle finden wir unterschlupf, werden mit cay (tee) und kaffee versorgt, der weg ins nächste hotel wird uns erklärt. Dort angelangt, können wir mit den velos direkt in die hotelhalle fahren (grosszügig), das hotel wird aber nicht nur durch uns nass, es tropft überall, die putzfrau ist dauend im einsatz. Das hotel ist eine riesengrosse "bruchbude", imposant, hat sicher mal bessere zeiten gehabt. Dass wir die nassen velokleider nicht tumblern wollen kann die putzfrau nicht verstehen, brint aber nach langem einen wäscheständer. Der abend wird noch gemütlich in einer kleinen bar, die zwei junge türken vorallem für ihre kollegen betreiben, wir kommen ins gespräch, sie sind so begeistert, dass wir nichts bezahlen dürfen. Früh geht´s raus, alles ist noch still, der nachtwächter hat endlich etwas zu tun, fahren wir ins dorf zum frühstück. Tee bekommen wir, den rest müssen wir im mini-market einkaufen. Der wirt deckt den tisch mit alten zeitungen und bringt ein messer, zum schluss wird noch ein cay spendiert. Im zentrum kaufen wir noch unser futter (bananen), beim einpacken geht´s dann los. Ein mann stellte sich als reporter vor, holte seine kamera, schoss ein paar bilder, suchte verzweifelt jemanden mit (besseren) englischkenntnissen, denn er will jedes detail von uns wissen. So gab´s den ersten "presseauftritt", sollte an diesem tag aber nicht der letzte sein!
Wieder geht´s auf und ab durch schöne landschaft, dreispurige neue strasse, teils neubaustrecken exklusive für uns. Am ende der neubaustrecke dann der zweite presse-termin: plötzlich blitzlicht wie bei einer radarkontrolle von der linken strassenseite, hinter uns ein pressewagen, und das in einer steigung von ca. 10%! Ein mann springt aus dem auto, stellt sich als journalist vor, weitere personen kommen dazu, noch grössere kamera, von fernsehen wird gesprochen, alles vom morgen können wir nochmals wiederholen, und auf der strasse ein riesen chaos. Gewitterwolken ziehen auf, wir wollen weiterfahren, aber immer weitere fragen. Vreni verleidet es, und es zieht weiter. Auch ich kann schliesslich die "session" beenden. Müde aber trocken finden wir einen camping am meer, sehr schön, aber mit miserablen sanitäreinrichtungen. Ruhetag, mit einkaufen, wieder einmal gemüse essen (natürlich selbstgekocht), und "balast-abwerfen": wir sortieren unser material, finden ein paar unnütze sachen, und organisieren einen "gratis-flohmarkt" im camping, blitzartig alles weg. Ergebnis: reklamation beim wc-gang, sie hätte etwas anderes gewollt, das t-shirt sei zu klein!
Nach ca. 70km küstenstrasse landen wir bei silivri auf einem "otocamp", eigentlich nicht für´s zelten, dürfen aber bleiben und bekommen einen platz in der ersten reihe zum meer. Uns gefällt´s, wir beschliessen, vor dem endspurt nach istanbul, drei tage zu bleiben. Wir besuchen das erste türkische einkaufszentrum mit "5m-migros" (kein witz!), am eingang gibt es polizeikontrolle mit metalldetektor! Bei mir hat es gelärmt, ich hatte den veloschlüssel im hosensack. Im innern der reinste rummelplatz, mit kegelbahnen, riesenrad, billard und all die elektronischen games, der nachmittag verging im flug.
Dann kam er, der grosse endspurt ins zentrum von istanbul, der uns schon lange auf dem magen lag, und uns von vielen leuten abgeraten wurde. Der verkehr auf der mehrspurigen strasse wurde immer dichter und hektischer, vorallem die ein- und ausfahrten sind stressig und brauchen mut. Vreni wurde zweimal zum mitfahren angesprochen, aber sobald ueli auftauchte war ende! Es ging alles gut, ca. 12km vor dem zentrum war die horrorfahrt zuende, den rest ging´s über die fussgängerzohne der uferpromenade. So erreichten wir das städtchen istanbul mit ca. doppelt so vielen einwohnern wie die ganze schweiz und rund 18000 taxis, einfach phänomenal, der verkehr unvorstellbar.
Es hat viele hotels, zum grossen preisvergleich sind wir zu müde, aber mit "märten" ist der preis tragbar, schönes zimmer, dachterasse und vorallem in der nähe vom zentrum. Nach ausgiebigem duschen noch kleiner abendspaziergang, einen salat essen, und plötzlich sind wir mitten im nachtleben, es kam uns vor wie in einer anderen welt: vor uns zwei riesige moscheen, wunderschön beleuchtet, möven kreisen im scheinwerferlicht, wie im märchen. Nach ausschlafen und paketabholen mit ersatzteilen, (mäsi und nic merci vielmal, auch für die schweizer-süssigkeiten), erforschen wir die stadt, besuchen moscheen, den grand bazar. Den touristen sieht man uns an: überall werden wir angesprochen. Ein türke spricht uns an, sehr angenehm, war in deutschland verheiratet, habe viel zeit, will uns die älteste moschee zeigen. Es war interessant, aber zuletzt landeten wir in seinem ledergeschäft, es war nicht einfach ohne etwas rauszukommen, obschon wir ihm von anfang an erklärten, dass wir per velo unterwegs sind. Für die "führung" erwartete er natürlich ein saftiges trinkgeld, uns ärgerte es. Bei einer garage können wir den "grossen service" machen: haben die velos gereinigt, vier neue pneus aufgezogen (hoffen auf dauerhaftere qualität), kette eingekürzt und einfach alles was so nötig ist, ein halber tag arbeit. Viel sitzen wir auch in den schönen, schattigen parks, (die hitze ist sehr gross), schauen dem treiben zu, lesen, schreiben und planen unsere weiterreise. Am tag unserer abreise kriegen wir noch besuch besuch aus der schweiz, monika startet ihre velotour in den südwesten. Am abend geht´s per fähre über den bosporus, wir haben den nachtbus nach nevsehir gebucht, damit wir dann für die weiterreise in den bergigen osten mehr zeit haben.
Wir melden uns wieder, es kann aber etwas länger dauern.
Herzliche grüsse Vreni und ueli
23.06.09 . . . wir sind in Kirklareli (Türkei) . . .
Total gefahrene km: 2868 Höhenmeter total: 11210 Stunden im Sattel: 194
Per taxi geht´s ins zentrum von ruse, wir geniessen einen "freien" tag für internet, geldbeschaffung und berichtschreiben. Sehr erholsamer tag, gutes nachtessen mit wein und viel gedankenaustausch. Gemäss tourist-information soll´s an der schwarzmeerküste etliche campingplätze geben, so beschliessen wir, in den nächsten drei tagen ans meer zu fahren, damit das campingzeugs wieder mal zum einsatz kommt. Strassen sind gut, landschaft wieder hügelig, mit viel wald. Neue herausforderung: nebst der sprache wechselt auch das alphabeth, beim essen gibt´s meistens eine überraschung. Einmal beim morgenessen haben wir glück, die bediehnung spricht deutsch, wir bestellen brot, butter und konfitüre, serviert wird das fertig gestrichene konfibrot.
Wir stellen uns auf "wildcampen" ein, im nächsten dorf noch kühles cola und bier. Wir landen im kleinsten, einfachsten "internet-cafe", eine typische strassenbeiz mit einem laptop auf dem tisch, zur info über die sportresultate und lottozahlen, ueli darf aber kurz die mailbox checken. Der besitzer spricht ein paar worte deutsch und gibt uns den hinweis, zwei häuser weiter sei ein hotel. Das stimmte, von aussen zwar nicht sichtbar, aber aus vorgesehenen zeltnacht wurde eine lärmige hotelnacht, bulgarische musik dass die wände zittern.
Durch hügelige landschaft geht´s weiter, der wind günstig von hinten nähern wir uns dem meer. Noch ein stück hauptstrasse und wir stehen vor einer tafel "camping luna". Aber eben: ein deutschsprechender bulgare erklärt uns "camping kaputt, kein hotel, bank gibt kein geld, alles banditen und maffia", die beiz ist das einzige, was noch funktioniert. Auf dem vorplatz neben einer baracke dürfen wir unser zelt aufstellen, viele leute beobachten uns, etwas ungemütlich, aber die nacht bleibt ruhig. Am nächsten tag, mit einer omelette im bauch (sonst gibt es nichts), geht die suche nach einem campingplatz mit schlaffen muskeln weiter. Wir sehen auf der karte den nächsten hügelzug und sagen uns einfach langsam, dann schaffen wir das auch noch. Die grösste steigung kommt gerade in der grossen hitze und das gepäck wird immer schwerer, ein hartes stück arbeit. Die lange, ca. 20 km abfahrt auf guter strasse tat gut, am ende das dorf, und wieder die antwort "no camping", vor sieben jahren hätte es einen gegeben, jetzt im nächsten dorf, ca. 6 km. Aus den 6 km wurden 10, wir fanden ravta, aber auch hier wurden wir nicht fündig. Danach suchten wir uns ein einfaches hotelzimmer. Nun stand das glück auf unserer seite, wir fanden ein sauberes zimmer für 15 euro. Wir beschlossen drei tage zu ruhen. Ausschlafen, baden im schwarzen meer, massage am strand, gut essen, wir geniessen es. Ausgeruht geht´s weiter auf guter strasse richtung sozopol. Nach etwas umwegen finden wir tatsächlich einen camping, die zugewiesene parzelle ist schön, aber der schattenplatz unter einem grossen baum ist besetzt von einem auto. Das auto bleibt trotz intervention stehen, und da der "pauschalpreis" für die parzelle (4 personen + zelt + auto) so teuer ist wie ein zimmer, ziehen wir weiter. Die karteneinträge haben sich gebessert, nach kurzer zeit werden wir wieder fündig. Schöner platz, schöner strand, über die sanitäranlagen sprechen wir nicht. Stadtbesichtigung, auf dem markt finden wir gemüse und kochen wiedereinmal selbst. Ein älteres ehepaar aus dem ehemaligen osten deutschlands, ist mit dem camper unterwegs, bei bier und schnaps erzählen sie uns, wie es hier früher ausgesehen habe, alles i.o. Die "wende" habe negative spuren hinterlassen. Hügelig geht es weiter, trotz ruhetag sind wir schlapp. In carevo nehmen wir nochmals ein zimmer, bevor es so richtig über die berge geht. In 2 tagen mit ca. 110 km und 1800 höhenmeter, auf der bulgarischen seite über miserable strassen, fahren wir nach kirklareli in die türkei. Bereits an der grenze ein "neues" bild. Die leute sind freundlich, winken, und haben verständnis und bewunderung für unsere leistung. Übrigens: in bulgarien fanden wir drei salate: gurken, tomaten und gurken mit tomaten gemischt mit käse. Als beilage zu fleisch: pommes oder pommes mit käse.
Bulgarien war für uns körperlich eine "harte sache", wir freuen uns auf die weiterreise in der türkei.
Bis bald Vreni + ueli
11.06.09 . . . . wir sind in Ruse (Bulgarien) . . .
Total gefahrene km: 2366 Höhenmeter total: 6406 Stunden im Sattel: 159
Zuerst mal ein herzliches dankeschön an res bisesti, die ulvang-wäsche bewährt sich in allen teilen: kalt, warm, und ist wirklich lange "geruchsfest"!
Der erste eindruck von rumänien: man sieht, wohin das eu-geld fliesst, super expresstrassen und riesige einkaufszentren werden gebaut. Dann auf den nebenstrassen wird die armut sichtbar. Rumänien, ein eindrückliches aber zwiespältiges land. Du weisst nie, wirst du verarscht und über den tisch gezogen, insbesondere durch die "mittelschicht". Daneben aber auch wieder die herzlichkeit und hilfsbereitschaft der einfachen landbevölkerung. Nun aber etwas der reihe nach. Ohne probleme über die grenze, in nadlac finden wir ein zimmer in einem hotel. Für unsere verhältnisse eher eine bruchbude, schmudelig. Die velos finden im treppenhaus platz, irgendeiner interessiert sich für uns, insbesondere für den preis unserer velos. Etwas misstrauisch geworden ketten wir sie an. Zeitverschiebung um eine stunde (wir fahren ja nach osten), zum essen nur fast-food. Wir versuchen erstmal die nebenstrassen, denn die hauptstrassen sind stressig mit den vielen trucks. Was treffen wir an: natur pur, steinig, furchig, die km werden lang, dafür entschädigung durch die vielfalt der vogelstimmen. Wir fahren an kleinen dörfer vorbei, die armut ist nicht zu übersehen, die menschen schauen uns an, als hätten sie noch nie ein velo gesehen (oder liegt es am velohelm?). Ihre haustiere, pferde, kühe und geissen, sind angepflockt, fressen können sie soweit das seil oder die kette reicht. Später kommt asphalt. Kaum besser als natur, nennen wir ihn "schüttelasphalt". Dann kommt arad, die erste grössere stadt. Autos, busse, taxis, velos, fussgänger, ambulanzen mit sirene - ampeln mit sekundenzähler vor dem nächsten wechsel, hektische kreisel - und den richtigen weg finden, das ermüdet. Auf der karte sichten wir einen camping, leider auf der falschen seeseite eigezeichnet, daher zusätzlich 10km um den see. Bei einem holländisch/rumänischen ehepaar finden wir unterschlupf. Der erlös aus dem camping fliesst in ein heim für strassenkinder. Wieder einmal fahren wir den ganzen tag im regenzeug, fliehen wieder auf nebenstrassen. Wie üblich miserable strasse, aber schöne landschaft, die natur blüht auf im regen und die vielen gänse mit jungmannschaft geniessen die pfützen. Nach ca. 50km die erste strassenbeiz. Ein polizist vertreibt sich davor die zeit: er hat in einer stunde dienst mit zwei bauern auf der strasse und uns gesprochen!!. In der beiz gab`s kaffee mit cognac (über die grösse der portionen kein komentar), die wirkung übertrifft aber redbull und cola. Unterwegs kontakt mit romas: euromünzen gelten nichts, er will scheine, da sie eine schlechte bank hätten, auch sollen wir doch immer wieder etwas überweisen!!. Mit dem velo fährt man rasch davon. In faget angekommen, suchender blick für eine unterkunft, werden wir sofort angesprochen und "hilfsbereit" zum hotel geführt, beim warten auf´s trinkgeld hatte er ausdauer. Über eine hügelkette gehts zurück auf die hauptstrasse, in simeria stossen wir auf die "villa dörr" zu paul, der sehr gut deutsch spricht. Uwe und jörg aus deutschland auf töfftour sind auch da, zur begrüssung sofort ein schnaps. Wir genossen das "deutschsprechen", und entschliessen uns zu einem ruhetag, insbesondere auch, da paul seinen laden in jeder beziehung im griff hat und wir uns wohlfühlen. Die schwägerin von paul, lebt seit jahren in lausanne, ist auf besuch und genoss das "welschsprechen". Spontan werden wir zu ihrer abschiedsparty eingeladen, nach viel essen, trinken und tanzen gingen wir müde zu bett. Kurz darauf beim einschlaffen: wir verabschiedeten uns vor dem dessert, daher wurde es uns durch den nachtwächter auf`s zimmer gebracht! service oder?. Es war eine gute zeit bei paul, er erklärte uns vieles über rumänien, die politischen und sozialen strukturen, manchmal hatten wir das gefühl, dass er sich für die mentalität in rumänien entschuldigen möchte. Paul, wir finden dich gut, bleib wie du bist, wir wünschen dir und deiner familie alles gute. Auch ein grosses dankeschön nach lausanne.
Nach simeria dann der erste platten. Notdürftig gepumt geht´s zurück zur tankstelle (haben schliesslich schraderventile), anlage leider defekt. Wir bleiben auf der hauptstrasse, werden sicher mal eine tankstelle finden, wo das pumpen möglich ist. Am nächsten tag, nach ca. vier versuchen klappt es dann. Es klappt aber doch nicht, denn beim pumpen auf den optimalen druck platzt der schlauch und die ursache vom vortag wird klar: der pneu ist hin, entlang der felge ca. zehn cm auf dem "gewebe" und dann "gerissen". Also nochmals flicken, zum glück bei der tankstelle.
Wir durchqueren die karpaten. Zuerst aufwärts von plateau zu plateau, dann abfahrt durch eine lange schlucht. Ein weiteres problem: die rumänischen campingplätze existieren nicht! Daher geht´s in die freie natur, schauen was der morgen bringt. Die nacht war ruhig, frösche und vögel, am morgen ein fischer und eine schafherde, alles freundlich. Weiter "wie üblich", fanden wir nach ca. 75km eine strassenbeiz mit zimmer. Besichtigung erst nach 5 minuten reinigung mit duftspray. Preis war ok, dann mischte sich ein gast ein und der preis wurde vedoppelt. Gepäck wieder runter, 5 minuten später war der ursprüngliche preis wieder ok, wollte bezahlen gegen quittung, nicht möglich weil kein chef anwesend, also fuhren wir weiter. In der dämmerung beschliessen wir essen zu gehen, weiterzufahren und uns dann irgendwo in die büsche zu schlagen. Es kommt anders. Beim essen werden wir von einem gast angesprochen. Er bietet uns ein zimmer in seinem haus an, es koste nichts, wir seien seine gäste. Wir bezahlen unser essen, nehmen noch eine flasche wein mit und werden auch von seiner frau herzlich begrüsst. Wir durften ihr "badezimmer" benutzen, das wasser bleibt in der badewanne, denn klosettspülung gibt es nicht. Das bett besteht aus einer couch, der boden ist mit unzähligen tepichen belegt. Wir mussten nochmals essen, das getränk dazu schnaps. Nicht ganz ausgeruht, (besuch von mücken und hund), gab´s frühstück, wie abendessen, dazu aber eier aus dem eigenen stall. Den schnaps konnten wir ablehnen. Es gab eine herzhafte verabschiedung von shela und josh. Es war eine schöne erfahrung, einen rumänischen haushalt kennenzulernen.
Wir durchfahren etliche kleine dörfer, oftmals ertönt aus "öffentlichen" lautsprechern musik, das ganze dorf wird beschallt. Bei pausen in den kleinen dorfbeizchen geben die männer nur ueli die hand, bei vreni fragen sie nach zigaretten, oft werden wir nach dem alter gefragt, oder auch "wie alt dein herz", meistens gefolgt von einem kopfschütteln. Nach einem frühstück in einem wunderschönen park checken wer im internetcaffee noch unsere mails. Vielen, vielen dank für die vielen einträge sie freuen uns immer riesig.
Durch weite ebenen, langgezogene alleen, vorbei an den erntenden bauern mit pferd und wagen, beeindrucken uns aber auch die vielen kreuze der verkehrsopfer am strassenrand, teilweise richtige grabstätten, mit den lachenden gesichtern auf den fotos. Dann aber wieder riesige mähdrescher, das agrochemiesprühende flugzeug verfehlt auch uns nicht, später können wir uns an einer tankstelle notdürftig waschen. Nach einer nacht unter sternenhimmel fahren wir nach giurgiu, wo wir ruhetage einbauen wollen. Doch wiedereinmal kommt es anders. No camping erklärt uns die englischsprechende junge frau, nur kurz über die grenze nach ruse, dort sei ein schöner camping, bloss etwa 6 km. Sie zeigt uns den kürzesten weg zur grenze, indem sie mit ihrem auto vorausfährt (warnblinker und schön langsam!). Wir kämpfen uns inmitten der trucks durch den zoll. Es wird finster, lange brücke über die donau. Zum erstenmal montieren wir die stirnlampen und zum x-tenmal heisst es "no camping!!". Bei einem taxifahrer können wir etwas geld wechseln, er gibt uns dann auch den hinweis zum nächsten hotel. Todmüde bekommen wir aus der bereits geschlossenen hotelküche noch einen salat.
Gespannt, wie es in bulgarien weitergeht.
Herzliche grüsse vreni und ueli
30.05.2009 . . . . .wir sind in Szeged (Ungarn) . . .
Total gefahrene km: 1561 Höhenmeter total: 4197 Stunden im Sattel: 102
Haben wien etwas angeschaut, prater und was man so ansieht. Am eindrücklichsten, und das kann man eigentlich nur mit dem rad erfahren, sind für uns die weitläufigen, grosszügig angelegten freizeit- und begegnungszonen auf der donauinsel, wo jede kultur und jedes alter ihren platz findet.Weiter geht´s der donau entlang bis haslau, wo wir mit der fähre übersetzen (brauchte 3 personen zum be- und entladen unserer velos !), und richtung neusiedlersee abschwenken. In der nächsten pause der erste schreck! Mein velocomputer fehlt! Muss sich beim "murks" an der fähre irgendwie gelöst haben. Die wiederbeschaffung gelingt, er lag tatsächlich in der fähre, so gings nach längerer pause zufrieden weiter. Die landschaft ändert sich, viele windräder, auf nebenstrassen geht´s durch hügeliges gelände, den wind spüren wir meistens von vorne (wird klar, warum die vielen windräder!!). Am neusiedlersee wieder radwege. Müde kommen wir auf den camping in podensdorf, direkt am see. Viel betrieb in den strandbeizchen.
Weiter geht der radweg durch ein wunderschönes naturschutzgebiet, mischung aus sumpf und steppe, mit vielen vögel und pferden. Eine ganz andere natur als bisher, so geht´s weiter bis kurz vor die ungarische grenze.
Ungarn. Ohne jegliche kontrolle kommen wir über die grenze. Plötzlich versteht man nichts mehr und nach dem geldwechsel hat man horrende summen im geldbeutel. Dann die strassen. Nach der ruhigen fahrweise auf den radwegen werden wir mit dem alltag der landstrasse konfrontiert: strassen mit rillen und löcher, strassengräben, hektik und raserei, trotz "nebenstrasse". Kein camping, daher erste übernachtung im motel. Weiter geht´s von tombaladony richtung ajka. Die hauptstrasse die wir fahren hat zwischendurch "veloverbot", willst du ausweichen, landet man im nächsten dorf, schlechte strasse, und in kürze wieder zurück auf der hauptstrasse. Wir versuchten nachzufragen, wie es nun sei mit diesem verbot: keine eindeutige angabe, es sei nicht verboten, koste höchstens 5 euro, es gäbe keine andere strasse! Die landschaft können wir nicht geniessen, denn der verkehr und die raserei verlangte hohe konzentration. Am nächsten tag finden wir wieder eine nebenstrasse,sie führt uns ca 50 km durch hügelige landschaft auf und ab. Immer wieder hat man das gefühl, die letzte steigung sei geschafft, und schon ist der nächste in sicht. Nach wunderschönen mohnblumenfelder erreichen wir veszprem, von dort eine super abfahrt (auf einem radweg!), an den balatonsee.
Zwei tage erhohlung mit internet, tagebuchschreiben und faulenzen zieht es uns weiter. Zuerst radwege, dann das grosse rätseln: welche strasse. Kaum die karte in der hand, kommen hilsbereite leute, auch deutschsprechende. Der weg wird erklärt, wir bedanken uns und radeln los. Kurze zeit später kommt der "lotse" erneut und erklärt uns, dass er falsche angaben gemacht habe und eine bessere route kenne. Tatsächlich fahren wir dann auf einer guten strasse (ohne verbot!), sogar mit rückenwind. Überhaupt sind die leute sehr hilfsbereit, an einem steilen strassenstück (baustelle), wurde vreni von bauarbeitern geschoben, aber leider nur für kurze zeit. Camping nicht möglich, zimmer alle besetzt, dann aber finden wir noch ein "barakenlager", alles etwas gewöhnungsbedürftig, aber es reicht, das wasser riecht nach faulen eiern. So verzichten wir vorläufig auf trinkwasser aus dem wasserhahn! Nochmals zieht es uns auf nebenstrassen, landschaftlich sehr schön, schöne wälder wechseln mit grossen kornfeldern, in den verlassenen dörfern aber bereits erste kontakte mit streunenden hunden, manchmal etwas mulmiges gefühl. Wie wir schon öfters merkten, stimmt unsere karte (michelin) nicht besonders oder ist alt, wieder sind campingplätze nicht mehr vorhanden. In szeged treffen wir auf esther und küse aus frutigen, welche mit den töff´s in die gleiche richtung fahren. Zwei tage haben wir´s gemütlich zusammen. Auch alfred aus baiern gesellt sich zu uns, ebenfalls unterwegs per velo richtung indien (vielleicht treffen wir uns wieder einmal, er möchte zur gleichen zeit über den karakorum wie wir).
Morgen geht´s nach rumänien, was wird uns wohl erwarten?
Liebe Gruesse Vreni + Ueli
19.05.2009 . . . wir sind in Wien . . . .
gefahrene km: 1005 Höhenmeter total: 2628 Stunden im Sattel: 66
Nach dem abschied von unserer jungmannschaft und einem ruhetag zur genesung von vreni in waldshut, ging´s zur ersten etappe durch den schwarzwald in richtung donaueschingen. Nach kurzer zeit ein erster kontakt mit der polizei, (mit blaulicht), wir hatten den radweg übersehen. Kurzerhand wurde der verkehr angehalten und wir konnten gemütlich die verkehrsreiche hauptstrasse überqueren.
Wir glaubten bisher, dass die richtigen strassen per velo einfacher zu finden sind, dem ist aber nicht so, wenn sich die passanten auf der strasse bei der nachfrage nicht einig sind. So landeten wir auf einer, wunderschönen aber äusserst steilen nebenstrasse, voll über die hügel (oder sind es berge?). Nach einigem auf und ab fanden wir dann in einem talkessel einen camping, und verpflegten uns in einer typischen "schwarzwälderbeiz" sehr üppig. Übrigens: unterwegs wurde uns der erste kaffee gespendet!
Am nächsten tag weiter im gleichen stil, bis wir schliesslich in donaueschingen die ersten zwei tage "einfahren" beendeten.
Start am eigentlichen donauradweg. Landschaftlich sehr schön an der jungen donau entlang, auf aufgeweichten naturstrassen, mit vielen kurzen aber heftigen steigungen, wobei unser gewicht spürbar machte. Am späteren nachmittag setzte regen ein und wir suchten den nächsten zeltplatz. Aufbau bei strömenden regen, feuchte nacht, abbau bei strömendem regen. in sigmaringen in der herberge zum "alten fritz", konnten wir bis am abend alles wieder trocknen. Die erste "nasse" herausforderung erfolgreich überstanden.der nächste morgen war kalt aber trocken. Nach ca. 70km erneut die ersten tropfen. das "nasse campieren" war uns noch in guter erinnerung, daher suchten wir uns ein festes dach über dem kopf. Wir fanden in ehingen ein einzelzimmer, wir fanden dass das reicht, grund genug, einander warm zu geben. Nach ulm begegnung mit zwei "aussteigern", einer wartet auf seinen rentenzuspruch um dann mit seinem bus und hund an die wärme abzuhauen, der andere als begehrter dj in ulm haust in einem alten bauwagen.
Gespräche über gott, gurus und die welt bei schokolade und mineralwasser. Weiter auf einem "insiderweg", sehr schön, aber viel kies (holprig). Wieder auf dem offiziellen weg treffen wir pierre aus romont, der den donauradweg bis ins schwarze meer fahren will. Gemeinsam suchen wir den camping in günzburg. Nach einem gemeinsamen nachtessen trennen sich am morgen unsere wege, da wir sein tempo nicht mithalten können. In dnauwörth fanden wir einen zeltplatz beim kanuklub, kochten das erste mal selbst und entschlossen uns zu einem ruhetag. Gewitter war angesagt, daher "flucht" in einen kanu-unterstand, wunderbar am trockenen. Viel kontakt mit "älteren" kanuten, die dort ihr feierabendbier geniessen oder sich zum kartenspiel treffen. Weiter nach neuburg, wieder camping beim kanuklub, wieder wegen gewitter in einen unterstand.
Immer wieder werden wir wegen unseren vielen gepäcks angesprochen. Geben wir unsere pläne bekannt, gibt´s meist ein nachfragen und anschliessend ein kopfschütteln. Nur wenige finden das auf anhieb gut. Daher sagen wir neu einfach "reise auf unbestmmte zeit".
Durch frisch gewaschene natur mit viel bärlauchduft weiter, auf naturstrassen, mit viel gegenwind aber durch wunderschöne landschaft. Wieder gewitterhaft, daher gemütliche herberge mit einem "muttertags-nachtessen".
Den donaudurchbruch von weltenburg bis kelheim genossen wir vom schiff aus. Eindrücklich die eisenringe an den felsen, an denen die schiffer ihre kähne früher mit haken flussaufwärts ziehen mussten. In regensburg war die jugendherberge leider ausgebucht, so fuhren wir weiter bis kurz vor kienholz, wo die ersten regentropfen uns in eine private unterkunft zwangen. Weiter nach niederalteich. Schlechte strassen und viel gegenwind, das "windschattenfahren" haben wir bereits gut im griff. Wir zelten wild an der fähre, am morgen wieder einmal regen. In einem pavillon versuchen wir trocken zu packen, dabei lernen wir das halbe dorf kennen. Zuerst kommt der handwerker, der hier jeden tag sein frühstück nimmt (natürlich mit bier!). Dann kommt der fährmann dazu, der sich (auch) über das wetter ärgert (neun stunden präsenz ohne einnahmen!). Später kommt ein alter mann dazu, der sich über die jugend ärgert, seine lebensaufgabe besteht in der täglichen reinigung des pavillons vom dreck der jungen vom vortag (wir stehen ihm natürlich im weg). Als nächster kommt ein junggeselle, der uns seine probleme erläutert (schwierigkeiten weil er den namen wechseln will, entäuschungen mit frauen, will eigentlich ins kloster, sei aber den aufgaben dort infolge seiner psyche nicht gewachsen), so wird es mittag bis wir endlich losfahren können. Es ist schön solche begegnungen zu haben, der gesprächsstoff ist nie eintönig. Über aufgeweichte wege und wieder mit gegenwind erreichen wir schliesslich passau, der letzten donaustadt deutschlands. Wir gönnen uns einen ruhetag mit stadtbummel. Übrigens: wir campieren wieder einmal beim kanuverein in einem unterstand. Hier treffen wir nicole und henri mit ihren kindern, die mit uns in donaueschingen gestartet sind. Zusammen verbringen wir einen gemütlichen abend.
Wir überlegen uns, wie wir den boxenstopp von ruedi einplanen wollen, denn wir haben uns wieder mal in den tagen geirrt und das lokal hat nur ab mittwoch geöffnet. In anbetracht der misslichen wetters beschliessen wir bis linz das schiff zu nehmen und so etwas zeit zu schinden. In linz hellt es dann wirklich auf und wir sitzen nochmals auf die räder. Am nächsten tag legen wir den ersten "hunderter" auf die strasse. Wunderschön geht es durch die wachau nach rossatz, eben dem schon erwähnten boxenstopp. Wir wurden super verpflegt, ruedi, nochmals ganz herzlichen dank.
In tulln gab´s noch etwas probleme in der dusche (habt ihr schon mal eine sensor-dusche benutzt ?), aber schliesslich meisterten wir auch dieses problem. Zügig geht´s weiter nach wien, eigentlich eine kurze strecke, aber in wien selbst sicher noch 10 km bis wir den camping gefunden hatten. Auffallend bereits zu beginn die vielen freizeitanlagen auf der donauinsel, viel betrieb, uns gefällt´s.
Wien werden wir noch etwas näher anschauen, bis es dann richtung neusidlersee - balatonsee weitergeht.
Liebe Grüsse Vreni + Ueli
28.04.2009 . . . .der Start ist erfolgt !!!!
Nach einem wunderschönen Hochzeit von Simone und Andreas bei wunderschönem Wetter mit einer Kutschenfahrt, in etwa bei "Velotempo", geht's heute los Richtung Waldshut - Donaueschingen, dann der Donau entlang. Wetter: 10°C, leichter Regen.
bis später, nach etwa 1000 km, habt aber etwas Geduld!
28. / 29.03.2009 . . . . . einfach überwältigend was wir am "Tag der offenen Tür" erfahren und erleben durften. . . . !!
. . . . die zahlreichen schönen Begegnungen - einfallsreiche und ausgefallene Geschenke - Karten - herzliche Umarmungen und Worte . . . . . . . es war einfach toll das ihr gekommen seid! Mit so vielen guten Wünschen kann eigentlich nichts mehr schiefgehen; es gibt uns Kraft und Zuversicht, unsere Träume zu verwirklichen . . . .
Allen ein ganz herzliches Dankeschön, wir melden uns wieder !
Liebe Grüsse Vreni und Ueli
23.03.2009 ..... letzte Vorbereitungen....
Nur noch 5 Wochen bis zum Start des grossen Abenteuers. Aber auch nur noch 5 Wochen bis zur Hochzeit von Andreas und Simone, also in einem gewissen Sinne "Doppelstress", aber es ist gut so. Schliesslich haben wir noch etwas Zeit, wir ge-niessen ja die "letzten Ferien", schön, das wir nach den Ferien nicht mehr zur Arbeit müssen, wir hätten ja gar keine Zeit mehr dazu! Vreni ist mit nähen beschäftigt, aber nicht etwa an Radlerhosen, sondern am Brautkleid für Simone. Ich beschäftige mich mit dem Versuch, all das angesammelte Zeug zu ordnen, und zu entsorgen. Nun aber doch noch etwas zur Reise.
Die Visa für Iran und Pakistan sind beschafft, so fällt für die erste Zeit wenigstens der "Visa-Stress" weg. Alles ging problemlos, Iran in 5 Tagen, Pakistan in 3 Tagen, jeweils für 90 Tage, Pakistan mit "freier Wahl", letztmögliche Ausreise Februar 2010!
Vreni sieht doch mit Kopftuch gut aus, oder...?
Die Ausrüstung ist eigentlich komplett, einzig mit den Ersatzteilen müssen wir uns noch befassen. Auch einen "Speichenwechsel" müssen wir noch durchspielen, sonst haben wir die Velos eigentlich im Griff. Nächstes Wochenende haben wir noch "Tag(e) der offenen Tür", wir sind gespannt, wer da so alles vorbei schaut, wir freuen uns jedenfalls. Erfreut sind wir auch über die ersten Reaktionen auf unsere Homepage, über die Herzlichkeit von Gästebuch-Einträgen, sowie der guten Tips die per Mail von andern Globetrottern eintreffen, z.B. der Hinweis zur Postfinance, wo bei einem Guthaben von Sfr. 25´000.- bei Barbezügen im Ausland keine Gebühren belastet werden, Super oder?
Also, wir ordnen und entsorgen weiter, da müssen wir jetzt halt noch durch!